15.4.2013 – Lawinenunglück bei Prägraten

16.4.2013 Prägraten (Tirol). Vier deutsche Tourengeher stiegen am 15.4.2013 mit ihren Tourenskiern von Prägraten Richtung Johanneshütte auf, wo sie zu übernachten beabsichtigten, um am 16.4.2013 den Großvenediger zu besteigen.

Nach etwa einer halben Stunde Gehzeit, gegen 17:20 Uhr, wurde die Personengruppe von einer Nassschneelawine erfasst, wobei drei Personen bis in das Bachbett des Dorferbaches mitgerissen wurden.

Einem Mitglied der Gruppe gelang es, sich hinter einem Felsen in Sicherheit zu bringen. Von den drei Mitgerissenen wurde einer von der Lawine total, einer bis zum Hals und einer lediglich oberflächlich verschüttet.

Der nicht bzw die nur teilweise Verschütteten konnten sich aus der Lawine befreien und suchten dann den total verschütteten Kameraden, der vermutlich sein LVS nicht eingeschaltet hatte. Nachdem die Männer bald erkennen mussten, dass die Suche auf dem teilweise mehrere Meter hohen Lawinenkegel aussichtslos war und ein Handyempfang nicht möglich war, fuhr ein Mitglied in Richtung Tal ab, wo er Alarmierung über die Leitstelle Tirol veranlasste.

In weiterer Folge wurde eine organisierte Suchaktion am Lawinenkegel durchgeführt, an der sich 20 Bergretter der Einsatzstelle Prägraten, 4 Lawinenhundeführer, drei Hubschrauber, 11 Alpinpolizisten der Alpinen Einsatzgruppe Hermagor sowie drei Alpinpolizisten der Alpinen Einsatzgruppe Lienz beteiligten.

Die Suche musste um 20.00 Uhr aufgrund der Dunkelheit und der andauernden Lawinengefahr im Einsatzgebiet erfolglos unterbrochen werden.

Update 16.4.2013: Am 16.04.2013 wurde die Suche nach dem Verschütteten wieder aufgenommen.

Vorerst wurde ein Sichtungsflug mit dem Polizeihubschrauber “Libelle Tirol” mit Lawinenexperten im betroffenen Gebiet unternommen, um die Situation aktuell abschätzen zu können.

Danach wurde die Suchmannschaft bestehend aus Bergrettern, Lawinenhundeführer und Alpinpolizisten auf den Lawinenkegel im Dorfertal geflogen. Um 10:00 Uhr musste die Suche nach dem Vermissten aufgrund der einsetzenden Tageserwärmung und dem damit verbundenen Anstieg der Gefährlichkeit im Einsatzgebiet erneut unterbrochen werden.

Die Einsatzleitung entscheidet in den frühen Morgenstunden des 17.04.2013 die weitere Vorgehensweise, nachdem die Lage neu und aktuell beurteilt wurde.

Heute standen insgesamt 37 Bergrettungsmänner der Bergrettung Prägraten und Virgen, 3 Alpinpolizisten sowie der Polizeihubschrauber Libelle Tirol im Einsatz. Weiters wurden die Suchmannschafen von 11 Angehörigen der Alpinpolizei Hermagor, welche auf der Johannishütte stationiert waren, unterstützt.