16.3.2020 – Landkreis Ravensburg regelt Veranstaltungen und Schließungen

16.3.2020 Wangen im Allgäu. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind verboten Veranstaltungen ab 20 Personen müssen vorher gemeldet werden Viele öffentliche Einrichtungen geschlossen Bitte: Möglichst viele Kontakte vermeiden Nur in dringenden Fällen mit dem Arzt Kontakt aufnehmen

Wie das Landratsamt am Sonntagnachmittag meldet, sind aktuell bereits 50 Menschen (gestern 41) im Landkreis an der neuartigen Lungenkrankheit erkrankt. Weiterhin gilt, dass die Krankheit in allen Fällen bisher einen milden Verlauf nimmt.

Veranstaltungen zwischen 20 und 50 Personen melden

Am Sonntag hat der Landkreis in Verabredung mit allen Bürgermeistern nun eine allgemeine Regelung erlassen, die Veranstaltungen betrifft. Damit werden ab Montag, 16. März 2020, alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen untersagt. Für Veranstaltungen zwischen 20 und 50 Teilnehmern gilt, dass sie vorab dem jeweils zuständigen Rathaus gemeldet werden müssen.

Schließungen von kommunalen Einrichtungen

Außerdem haben die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vereinbart, dass ab sofort und bis auf Weiteres viele öffentliche Einrichtungen geschlossen werden. Betroffen davon sind kommunale Vereinsheim, Sport- und Festhallen, Schwimmbäder, Büchereien, Museen. Aber auch die Musikschulen in öffentlicher Trägerschaft und die Volkshochschulen stellen ab sofort ihren Betrieb ein.

Bitte, die Kontakte einzuschränken

“Alles, was nicht unbedingt zur Versorgung der Bevölkerung notwendig ist, wird heruntergefahren“, so der Vorsitzende der Bürgermeisterkonferenz im Landkreis, Peter Smigoc. Der Vogter Bürgermeister ist sich mit Landrat Harald Sievers einig, dass diese Maßnahmen notwendig sind, um eine Zuspitzung der Lage wie in Italien zu vermeiden. „Prüfen Sie, welche Kontakte in den nächsten Wochen wirklich wichtig sind und gehen Sie in Ihrer Freizeit möglichst wenig unter Leute“, appellieren deshalb Smigoc und Sievers an alle Bürgerinnen und Bürger.

Rathäuser möglichst anrufen oder anmailen

Um die direkten Kontakte zu minimieren und mögliche Ansteckungen zu vermeiden, werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, sich nach Möglichkeit telefonisch oder per E-Mail an die Rathäuser im Landkreis zu wenden. Trotz der Einschränkungen im Besuchsverkehr stehen die Rathäuser für Auskünfte zur Verfügung, aber nur die unbedingt notwendigen Dinge sollen noch im direkten Kontakt erledigt werden.“

Fallzahlen werden weiter steigen

Der Leiter des Gesundheitsamt Dr. Michael Föll geht davon aus, dass die Fallzahlen „weiter deutlich steigen werden“. Trotzdem bleibe es dabei, „dass wir alles unterlassen müssen, was die ohnehin schon am Anschlag arbeitenden Mediziner und Labore davon abhält, sich um die wirklich Erkrankten zu kümmern“, rufen Landrat Harald Sievers und Föll zu einem verantwortungsbewussten Verhalten auf.

Nur in dringenden Fällen zum Arzt Kontakt aufnehmen

Dazu gehört, so der Epidemie-Fachmann Föll, insbesondere, dass die Untersuchungs- und Testkapazitäten denen vorbehalten bleiben, die tatsächlich die einschlägigen Krankheitssymptome aufweisen und in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatten. In diesen Fällen rät Föll dringend, sich unbedingt zuerst an seinen Hausarzt zu wenden und zwar telefonisch, bis zur endgültigen Abklärung zu Hause zu bleiben und seinen Kontakt zu anderen Personen auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. „Also bitte nicht ohne vorherige Absprache mit dem Hausarzt in die Hausarztpraxis, in die zentrale Corona-Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte oder in ein Krankenhaus gehen!“, plädiert Föll für ein „der Situation angemessenes bedachtes Verhalten“.

„Erneut herzlich danken möchte ich dem Vorsitzenden unserer Kreisärzteschaft, Herrn Dr. Bürger, mit allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den Beschäftigten unserer Oberschwabenklinik für die große Gemeinschaftsanstrengung mit der alle Akteure im Gesundheitswesen versuchen, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen“, so Landrat Sievers abschließend.