20 Jahre Kreislehrgarten Bad Grönenbach

6.5.2020 Landkreis Unterallgäu. Die Kräuter Sebastian Kneipps kennenlernen, die bunte Vielfalt unterschiedlichster Pflanzen bewundern, Kiwis und Beeren probieren, einen Schnittkurs besuchen oder mehr übers Imkern erfahren: Der Unterallgäuer Kreislehrgarten ist eine Lernstätte und Ideen-Fundgrube für alle Gartenliebhaber.

Für viele Besucher ist der Garten mit seiner Lage auf dem Schlossberg, der Aussicht auf die Berge, den Mariengrotten und Ruheplätzen aber auch ein Ort der Erholung. Seit 20 Jahren befindet sich das grüne Paradies am Fuße des Hohen Schlosses in Bad Grönenbach. Aktuell ist Pfingstrosenblüte im Kreislehrgarten.

Eröffnet wurde der Kreislehrgarten im Juli 2000. Zuvor hatten sich die Unterallgäuer Kreisräte auf Anregung des damals stellvertretenden Landrats Georg Fickler intensiv mit der Errichtung eines Lehrgartens beschäftigt. Als Standorte waren neben Bad Grönenbach auch Klosterwald und Bad Wörishofen im Gespräch.

Bad Grönenbach kristallisierte sich schließlich jedoch als idealer Standort heraus – nicht nur wegen seiner idyllischen Lage, sondern auch aus ganz praktischen Gründen wie den vorhandenen Schulungsräumen. Außerdem wurden die Grünflächen rund ums Schloss bereits früher von Klosterschwestern als Garten genutzt. Und so beschloss der Kreisausschuss im November 1998, das Projekt in Bad Grönenbach zu verwirklichen.

Konkret wurde das Vorhaben schließlich durch eine Vereinbarung zwischen dem Landkreis, dem Markt Bad Grönenbach und dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine. Der Markt Bad Grönenbach stellte Gelände und Gebäude zur Verfügung, der Landkreis übernahm die Organisation und die Gartenbauvereine sagten ihre Hilfe zu. Viele fleißige Helfer aus den Vereinen griffen anschließend zu Hacke und Spaten und pflanzten den Kreislehrgarten in tausenden Stunden ehrenamtlicher Arbeit an.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Lehrgarten immer weiter: Unter anderem wurden ein Weinberg und ein Serpentinenweg mit allem Wissenswerten rund um Bienen angelegt. Es entstanden große, „lebende“ Lauben aus Spitzahorn und Hainbuche, die zum Verweilen im Schatten einladen, und es wurde eine Narzissenwiese mit 54 verschiedenen Sorten gepflanzt. 2012 wurde der Kreislehrgarten von der Bayerischen Gartenakademie zu einem der 70 schönsten Gärten in Bayern gekürt. Außerdem wurde die Anlage mehrfach als Fernsehkulisse ausgewählt – ob für einen Kluftinger-Krimi oder als Drehort für Gartenmagazine.

Für die Pflege des Gartens verantwortlich ist Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt. Zusammen mit zwei Mitarbeitern und den Mitgliedern von rund 30 Obst- und Gartenbauvereinen aus dem gesamten Landkreis hält er die Anlage in Schuss. Die Vereine stecken jedes Jahr rund 600 Arbeitsstunden in den Park und bereichern diesen mit ihren Ideen. Die Bauerngärten und Hochbeete bewirtschaften Bürger aus Bad Grönenbach mit Gemüse.

Neben der bunten Pracht aus Blumen, Stauden und Obstbäumen erwartet Besucher des Kreislehrgartens mittlerweile auch eine Vielzahl an Bildungsangeboten – von Führungen rund um Gartengestaltung und Obstsorten über Schnittkurse für Rosen, Reben oder Sträucher bis hin zu Lehrgängen zur Bienenhaltung. Darüber hinaus kommt einmal im Jahr der „Pflanzendoktor“ in den Garten und berät Bürger zu Pflanzenkrankheiten. Die Angebote finden wieder statt, sobald dies angesichts der Corona-Pandemie möglich ist.

Der Kreislehrgarten

Im Unterallgäuer Kreislehrgarten blüht es das ganze Jahr über. Dafür sorgen viele verschiedene Stauden, Gräser, Sträucher und Bäume. Aktuell sorgen besonders viele Blüten für Farbtupfer im Kreislehrgarten – eindrucksvoll sind derzeit zum Beispiel die verschiedenen Pfingstrosen. Neben „normalen“ Pflanzen kann man auch zahlreiche Raritäten entdecken wie zum Beispiel den „Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch“ oder die Hochstamm-Apfelbeere (Aronia). Beeren, Weintrauben, Äpfel, Birnen oder Kiwibeeren können auch gekostet werden.

Der Kreislehrgarten ist 1,2 Hektar groß und besteht aus drei Bereichen:

Im südlichen Teil befindet sich der Kräutergarten. Kräuter und andere Heilpflanzen gehören zu den fünf Säulen der Kneippschen Gesundheitslehre. Am Lehrbienenstand und an Bienenschaukästen erfährt man alles über die Insekten. Außerdem findet man hier Spalierobst, „lebende“ Lauben, eine Blumenwiese und eine Allee mit kleinkronigen Hausbäumen.

Im westlichen Teil geht man durch einen Weinberg mit verschiedenen Tafeltrauben. Es wachsen auch Brombeeren, Himbeeren, Kiwis und Wildobst. Zur Ruhe kommt man in einer Pergola bewachsen mit Kletterrosen oder an der Mariengrotte.

Im Schlossgarten vor dem Schloss befinden sich Bauerngärten, Staudengarten und Steingarten. Besucher können sich vom Duft verschiedener Rosen verzaubern lassen oder die Vorteile von Hochbeeten entdecken.

Der Kreislehrgarten ist durchgehend geöffnet.

Viele weitere Informationen rund um den Kreislehrgarten gibt es im Internet unter www.unterallgaeu.de/kreislehrgarten