3.8.2013 – Tödlicher Alpinunfall im Wilden Kaiser

4.8.2013 (Tirol). Am 3.8.2013 kletterten ein 57-jähriger Deutscher und sein 28-jähriger Sohn im Wilden Kaiser in der Fleischbank die Route “Via Classica” bis zum Gipfel.

Anschließend stiegen die beiden bis zur Abseilpiste am sogenannten “Herrweg” ab. Dort trafen sie auf zwei weitere – ihnen nicht bekannte – deutsche Kletterer und verabredeten mit diesen, aus zeitlichen Gründen gemeinsam abzuseilen.

Die vier Bergsteiger seilten in der Folge einmal selbständig mit einem Seil am Doppelstrang bis zum nächsten Abseilstand ab. Bei der zweiten Abseilstelle fädelten der 28-jährige und einer der “Zufallsbekannten” das Seil durch den Abseilhaken und warfen die Seilhälften in die Wand.

Auf einen Knoten an den Seilenden verzichteten die Bergsteiger, da sie der Meinung waren, ein solcher wäre wegen der Einsehbarkeit des Geländes nicht notwendig. In weiterer Folge hängte der 57-jährige das Seil in sein Abseilgerät (Abseilachter) und seilte sich selbständig und ungesichert (ohne Prusikknoten) ab.

Im Zuge dieses Abseilvorganges seilte der 57-jährige über das Seilende hinaus ab, wobei das Seil zumindest mit einem Strang aus dem Sicherungsgerät gezogen wurde. Die nun freie Seilhälfte wurde in der Folge ungebremst durch den Abseilhaken gezogen und der Bergsteiger stürzte ca 80 Meter durch teilweise senkrechtes Gelände ab.

Einer der Bergsteiger versuchte zwar noch das durch den Abseilhaken durchlaufende Seil mit den bloßen Händen festzuhalten, was jedoch misslang. Er erlitt dabei schwere Verbrennungen an den Händen.

Die Besatzung des Notarzthubschraubers konnte nur mehr den Tod des Kletterers feststellen. Die drei noch in der Wand stehenden Kletterer wurden mittels Tau geborgen.