4.3.2020 – Zwei Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus im Landkreis Lindau bestätigt

4.3.2020 Lindau (Bodensee). Zwei Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus wurden im Landkreis Lindau bestätigt.

Beim ersten Fall handelt sich um einen Mann Mitte 40 aus Lindau. Der Patient befindet sich in häuslicher Quarantäne, ebenso alle weiteren Familienmitglieder.

„Wir nehmen die Infektion sehr ernst.“, so Landrat Elmar Stegmann. „Wir handeln mit großer Besonnenheit und um die Infektionsketten zu unterbrechen, müssen wir schnell handeln.“

Die Personen, mit denen die Familie in Kontakt stand, wurden deshalb vorsichtshalber unter 14-tägige häusliche Quarantäne gestellt bis einschließlich 16.3.2020. Dies betrifft 59 Kinder an zwei Lindauer Schulen, 4 Lehrer und 2 Betreuungskräfte sowie Freunde, die in den letzten Tagen in Kontakt mit der Familie waren. Die betroffenen Personen sind bereits informiert. Fall zwei ist eine Jugendliche aus dem Westallgäu.

Beide Patienten waren in Südtirol im Urlaub. Der Patient aus Fall eins hatte nach seiner Rückkehr mit Grippe-Beschwerden seinen Hausarzt aufgesucht. Dieser hatte eine Probe genommen und das Labor hat eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt.

Bei den weiteren Familienmitgliedern wurden Abstriche genommen, die Labortests laufen. Alle Familienmitglieder haben leichte sowie bereits abklingende Symptome.

Eine Übertragung des Virus erfolgt erst über einen längeren, engen Kontakt (mindestens 15 Minuten) mit einer infizierten Person. Das Infektionsrisiko in der Klasse ist deshalb bei Nebensitzern höher. „Trotzdem werden wir vorsichtshalber die ganz Klasse in Quarantäne nehmen“, so Amtsarzt Michael Bauerdick.

Die Jugendliche aus dem Westallgäu war symptomfrei aus dem Urlaub gekommen. Die gesamte Familie hatte sich jedoch aufgrund des Urlaubs in Italien vorsorglich auf den Coronavirus testen lassen.

Bei der Jugendlichen wurde der Virus festgestellt und die gesamte Familie unter Quarantäne gestellt. Kontakte zu weiteren Personen gab es nach bisherigem Kenntnisstand bis zu dem Zeitpunkt keine.

Was bedeutet die Quarantäne:

Man bleibt zuhause und dort isoliert (möglichst eigenes Zimmer, separates WC falls vorhanden), keine Kontakte zu anderen, auch nicht zu anderen Personen, die unter Quarantäne sind.

Verstärkte Hygiene, keine gemeinsam genutzten Hygieneartikel, oftmaliges Lüften der Räume, Säubern der Räume mit handelsüblichen Reinigungsmitteln.

Keinen engen Kontakt.

Führen eines »Fiebertagebuchs«

Allgemeine Hinweise zum Coronavirus

Bürgerinnen und Bürger, die den Verdacht haben mit Coronaviren infiziert zu sein und Krankheitssymptome haben, sollten sich mit ihrem Hausarzt telefonisch in Verbindung setzen.

Patienten haben auch die Möglichkeit unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 (bundesweit ohne Vorwahl aus allen Netzen erreichbar) den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu kontaktieren und dies auch außerhalb der normalen Praxiszeiten.

Informationen zum Coronavirus gibt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter der Nummer 09131 6808-5101.

Hygienemaßnahmen sind wichtig, dazu gehört regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, insbesondere nach dem Niesen und Husten. Nicht offen in den Raum husten oder niesen, am besten in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch.

Veranstaltungen

Das Robert-Koch-Institut hat allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlungen für Großveranstaltungen veröffentlicht. Dort heißt es: „Die Risiken sind nicht bei allen Veranstaltungen gleich groß, daher sollten die jeweils Verantwortlichen in einem vorstrukturierten Risikomanagementprozess eine sorgfältige Abwägung der konkreten Maßnahmen treffen (Stand: 03.03.2020).“

Die Kriterien, die für eine Abwägung eine Rolle spielen, sind auf der Internetseite aufgeführt. Dazu gehört beispielsweise, ob Personen aus Risikogebieten teilnehmen oder viele ältere Menschen mit einer Grunderkrankung oder aber ob es bereits Infektionen in der Region gibt.

Auch zu den möglichen Maßnahmen äußert sich das Robert-Koch-Institut: „Grundsätzlich ist es möglich, eine Veranstaltung durchzuführen, unter Auflagen zu erlauben, das Format anzupassen, aber auch die Verschiebung oder Streichung der Veranstaltung sind möglich.“

Der Fachbereich Gesundheit am Landratsamt Lindau (Bodensee) macht derzeit keine Vorgaben zur Einschränkung von Veranstaltungen (Stand 03.03.2020). Veranstalter sollten jedoch eine eigene Risikoabschätzung auf Basis der vom Robert-Koch-Institut ausgegebenen Prinzipien treffen. Da es sich um eine sehr dynamische Entwicklung handelt, wird die Situation durch die Mitarbeiter laufend geprüft.

Weitere Informationen zum Coronavirus gibt es hier:

Robert-Koch-Institut
https://www.rki.de

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
https://www.lgl.bayern.de/

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Bundesministerium für Gesundheit
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Kassenärztliche Vereinigung in Bayern (KVB)
https://www.kvb.de