50. Todestag von Memmingens Oberbürgermeister Rudolf Machnig

14.8.2018 Memmingen. Der SPD Politiker und ehemalige Oberbürgermeister Rudolf Machnig starb am 14. August 1968.

Ab 1952 war er Mitglied des Stadtrats, ab Mai 1956 Zweiter Bürgermeister und im März 1966 wurde er mit fast 70 Prozent der Stimmen zum Stadtoberhaupt gewählt. Außerdem war er von 1953 bis 1966 auch Mitglied des Bayerischen Landtags.

Zu seinem 50. Todestag gedachten Bürgermeisterin Margareta Böckh, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger und Alt-Oberbürgermeister Ivo Holzinger dem ehemaligen Stadtoberhaupt an seinem Grab auf dem Waldfriedhof.

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Rudolf Machnig wurde am 28. August 1917 in Tropplowitz, im heutigen Tschechien geboren. Seine Eltern bewirtschafteten dort einen Bauernhof. Nach der Volks- und Oberrealschule studierte er 1937 bis 1940 an der Deutschen Karlsuniversität in Prag Geschichte, Französisch und Sport.

Im Zweiten Weltkrieg diente er bis Mai 1945 und wurde dabei dreimal verwundet. Seine Frau Maria heiratete er 1944. Nach der Vertreibung aus Tschechien kam er gemeinsam mit ihr im Jahr 1948 nach Memmingen.

Er war hier unter anderem in der Stadtbibliothek und in der Volkshochschule beschäftigt. „Als Oberbürgermeister war Rudolf Machnig sehr beliebt“, erzählt Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, der ihn noch persönlich gekannt hat. Außerdem bewegte sein schweres Schicksal die Bevölkerung.

Bereits im Wahlkampf wurde bei Machnig Krebs diagnostiziert, weswegen sein linker Arm amputiert wurde. Trotzdem beschreiben ihn viele Zeitgenossen als sehr herzlichen Menschen, der sein schweres Krebsleiden ohne zu jammern annahm, berichtet Bürgermeisterin Margareta Böckh, die bei Gesprächen mit älteren Mitbürgern noch oft auf das frühere Stadtoberhaupt angesprochen wird.

Rudolf Machnig war der Nachfolger von Dr. Heinrich Berndl, nach seinem Tod wurde Dr. Johannes Bauer zum Oberbürgermeister gewählt. In Rudolf Machnigs kurze Amtszeit fielen die Beschlüsse für viele große Baumaßnahmen, wie zum Beispiel das Hallenbad, das Strigel-Gymnasium oder das Welfenhaus.

Der Name Machnig ist noch heute in der Politik bekannt, Matthias Machnig, ein Neffe von ihm war in Thüringen Minister und bis März Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

An den ehemaligen Oberbürgermeister Rudolf Machnig erinnert in Memmingen nicht nur die gleichnamige Straße im Westen der Stadt, sondern auch die Stiftung, die seine Frau Maria in ihrer beiden Namen ins Leben gerufen hat. Sie wird von der Kämmerei der Stadt verwaltet. Aus ihr werden Zuwendungen an bedürftige Senioren sowie die Förderung von Kunst und Kultur in Memmingen finanziert.

Rudolf Machnigs Frau Maria starb im März dieses Jahres im Alter von 95 Jahren.

Rudolf Machnigs Portrait im Sitzungssaal des Rathauses. (Foto: Stadt Memmingen)