Agenda 2030 – jetzt auch auf Allgäuerisch

2.10.2018 Lindau (Bodensee). In diesen Tagen sollte man die Augen offen halten, wenn man im Allgäu und am Bodensee unterwegs ist. Auf bunten Bierdeckeln kann man die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 finden – mit lokalem Dialekt und ortstypischen Motiven.

„Die Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen betrifft uns alle!“ so Michael Remiorz, Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik im Landkreis Lindau (Bodensee). Die Bedeutung des Maßnahmenplans, der 2015 von allen 193 Mitgliedsländern der UN-Generalsversammlung beschlossen wurde, kennen allerdings nur die Wenigsten. Aus diesem Grund hat Remiorz mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Allgäu an einer Übersetzung für das Allgäu gearbeitet. „Es ist wichtig die Menschen mit Leichtigkeit und Humor zu erreichen.“ Und deshalb wurden die Sprüche kurzerhand auf Bierdeckel gedruckt.

Unter dem angezapften Bodensee liest man beispielsweise „S’Wasser und s’Leibele müssed süber si“. Klar, es geht um sauberes Wasser und Sanitäranlagen (Ziel 6). „Ob Viecher, Bliemle oder Bämm, mir brüchets“ – für den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemen steht das Allgäuer Braunvieh. Generell gelten auch in unserer Region: „Je meh ma woiss um so besser kut ma dur’s leabe“ (Hochwertige Bildung, Ziel 4) und „Wenn mir it uf iser Wealt ufpasset isch se bald hi“ (Maßnahmen zum Klimaschutz, Ziel 13).

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Was die Bierdeckel machen? Aufmerksam auf die 17 Ziele! Die Idee mit den Bierdeckeln stammt ursprünglich aus Köln. Michael Remiorz erklärt dazu: „Ich habe erlebt, wie Menschen beim Stammtisch anfingen zunächst über den Dialekt und dann über eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Stadt zu diskutieren“. Genau das ist auch die Absicht der allgäuerischen Variante. Über das Westallgäu – das geographisch zum Landkreis Lindau gehört – hinaus, sollen die Menschen im Allgäu und am Bodensee angeregt werden, die Nachhaltigkeitsziele auf die eigene Lebenssituation herunter zu brechen.

Auch Landrat Elmar Stegmann zeigt sich erfreut über die Aktion: „Der lokale Dialekt und das Motiv machen neugierig, zeigen aber auch die lokale Bedeutung der Themen auf.“ Auf der Rückseite sind die Icons der 17 Ziele abgebildet und das vorderseitig behandelte Ziel mit kurzem Satz erläutert. So wird das Lokale visuell und thematisch mit dem Globalen verbunden.

Über die lokalen Brauereien im Landkreis werden die Bierdeckel nach und nach gestreut. Ein Begleitflyer zu der Aktion ist in Arbeit. Dieser soll die Gastronomen über den Hintergrund der Aktion aufklären und sie in die Lage versetzen, neugierig gewordene Kundschaft über den Sinn der Bierdeckel zu informieren. Erstmals werden die Bierdeckel am 7. Oktober 2018 auf dem Oktoberfest in Weiler-Simmerberg ausgelegt.

Info:

Was als Studierendenprojekt in Köln begann, findet immer größeren Anklang, auch in anderen Regionen. Über die Allgäuer Bierdeckel hinaus, gibt es zwei weitere Varianten im jeweils eigenen Dialekt. „Ick bin een*e Berliner*in“ erklärt das Ampelmännchen im Rock aus Berlin zum Thema Geschlechtergleichheit (Ziel 5). „Levve un levve loosse“, dafür steht Hennes, der kölsche Geißbock, und für Ziel 15, Leben an Land. Weitere Dialekte sind in Arbeit. Die Studierenden der Rhein FH Köln haben die Idee im Rahmen ihres Praxissemesters in Kooperation mit dem Projekt #17Ziele entwickelt. Getragen wird die Aktion von Engagement Global gGmbH.