Asbest und Mineralwolle sicher entsorgen

5.6.2018 Landkreis Unterallgäu. Sommerzeit ist Sanierungszeit. Doch dabei kommen oft Baustoffe zum Vorschein, die gefährlich für die Gesundheit sein können und die fachgerecht entsorgt werden müssen.

Besonders asbesthaltige Platten oder Glaswolle sind noch in vielen Gebäuden zu finden. Was muss man beachten, wenn man solche Materialien ausbaut und entsorgt? Die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Warum sind Asbest und Mineralwolle gefährlich?

Beim Umgang mit Asbestprodukten oder Mineralwolle können mikrofeine Fasern freigesetzt werden. Werden diese eingeatmet, können sie zum Teil Jahre später gefährliche Tumoren auslösen. Daher gelten Asbest und Mineralwolle als krebserregend.

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Darf ich asbesthaltige Produkte oder Mineralwolle selbst ab- oder ausbauen?

Privatpersonen dürfen asbesthaltige Produkte und Mineralwolle selbst ab- oder ausbauen. Wegen der Gesundheitsgefahren beim Umgang mit diesen Materialien sollten sie dabei sorgfältig vorgehen und unbedingt die so genannten „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ beachten. Darin ist zum Beispiel geregelt, welche Schutzkleidung getragen werden muss oder dass Asbestprodukte bruchfrei abgebaut werden müssen. Asbestprodukte dürfen nicht zersägt, geflext oder anderweitig zerkleinert werden. Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe sind im Internet auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unter www.baua.de zu finden. Wird eine Fachfirma mit dem Rückbau beauftragt, muss diese über einen sogenannten Sachkundenachweis verfügen.

Was muss ich bei der Entsorgung von Asbestplatten und Mineralwolle beachten?

Asbestplatten und Mineralwolle müssen in sogenannte Big-Bags verpackt werden. Diese reißfesten und staubdichten Kunststoffgewebesäcke gibt es für Asbest und Mineralwolle in unterschiedlichen Größen. Big-Bags sind erhältlich im Baustoff-Fachhandel, bei Fachfirmen mit Sachkundenachweis, bei Entsorgungsunternehmen sowie an der Umladestation Breitenbrunn, den Wertstoffhöfen Ottobeuren, Türkheim und Heimertingen.

Dürfen asbesthaltige Platten wiederverwendet werden?

Es ist nicht erlaubt, asbesthaltige Platten nach dem Rückbau weiter zu verwenden, zum Beispiel dürfen keine Holzstapel damit abgedeckt werden. Die Asbestplatten dürfen auch nicht verkauft oder verschenkt werden, sondern müssen entsorgt werden, sobald sie abgebaut sind.

Wohin mit den in Big-Bags verpackten Abfällen?

Asbestprodukte und Mineralwolle aus dem Landkreis Unterallgäu müssen über die Umladestation Breitenbrunn entsorgt werden. Die Anlieferung ist von Montag bis Freitag von 9 bis 11.30 Uhr und von 13 bis 16.30 Uhr möglich. Am Samstag können keine asbesthaltigen Abfälle angenommen werden. Glaswolle dagegen wird auch am Samstag von 8 bis 11.30 Uhr angenommen. Bei der Abgabe in Breitenbrunn erhält man einen Lieferschein, der als Nachweis für die Entsorgung gilt. Es werden nur Abfälle aus Privathaushalten angenommen, gewerbliche Anlieferungen können in Breitenbrunn nicht erfolgen.

Was geschieht anschließend mit den Abfällen?

Von der Umladestation Breitenbrunn aus werden die Abfälle zu speziellen Deponien gebracht und dort samt Big-Bags abgelagert. Dadurch wird sichergestellt, dass die mikrofeinen Fasern nicht mehr in die Umwelt gelangen können.

 

Bei Fragen gibt die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu gerne Auskunft unter Telefon (08261) 995- 367 und -467. Informationen zur Entsorgung findet man im Internet unter www.unterallgaeu.de/abfall