Badebetrieb am Ettwieser Weiher von Seiten des Landratsamtes Ostallgäu nicht gefährdet

7.3.2019 Landkreis Ostallgäu. Betriebseinrichtungen des Sees wie Einlaufrohr, Überläufe und der Grundablass befinden sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand.

Zahlreiche Stauanlagen und Dammbauwerke in Bayern haben zuletzt aufgrund von Extremwetterereignissen versagt. Deshalb müssen seit 2017 besonders Stauanlagen ab dem mittleren Gefährdungspotential geprüft und gegebenenfalls saniert werden. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gab den Wasserwirtschaftsämtern deshalb Arbeitsanweisungen zur Überprüfung kleiner und sehr kleiner Stauanlagen vor.

Der Landkreis Ostallgäu ließ im Bereich Marktoberdorf für zwei kreiseigene Weiher (Korbsee und Baldaufweiher) bereits hydraulische Berechnungen und eine Standsicherheitsüberprüfung durchführen. Die Sanierungsmaßnahmen für den Korbsee wurden im Herbst 2018 durch den Kreisausschuss befürwortet und werden nun im Frühjahr 2019 erledigt.

Der Ettwieser Weiher wurde ebenfalls in ein mittleres Gefährdungspotential eingestuft, sodass auch von der Stadt Marktoberdorf als Eigentümer hydraulische Berechnungen und auf deren Grundlage dann die Errichtung einer Hochwasserentlastungsanlage gefordert wurden. Die Stadt muss für den Unterhalt des Ettwieser Weihers aufkommen, weil dieser ein sogenanntes „Gewässer dritter Ordnung“ ist.

Die hydraulischen Berechnungen wurden im Jahr 2018 von einem von der Stadt beauftragten Ingenieurbüro gemacht. Ergebnis war, dass das Dammbauwerk des Ettwieser Weihers bereits bei einem hundertjährigen Hochwasser überschwemmt. Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Dammsicherheit sind förderfähig und werden momentan vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit 50 Prozent bezuschusst.

Schlechter baulicher Zustand

Unabhängig davon stellten die Experten fest, dass sich Betriebseinrichtungen, wie Einlaufrohr, Überläufe und der Grundablass in einem sanierungsbedürftigen Zustand befinden, sodass hier teilweise neu gebaut werden muss, um den Weiher zukünftig regelkonform aufstauen und ablassen zu können und so den Badebetrieb sicherzustellen. Auch diese Maßnahmen muss die Stadt für ihr Gewässer nach dem Wasserhaushaltsgesetz erfüllen.

Sanierung über den nächsten Winter

Vorerst wird der Badebetrieb am Ettwieser Weiher von Seiten des Landratsamtes als nicht gefährdet angesehen. Eine Sanierung über den nächsten Herbst oder Winter ist aus Sicht des Landratsamtes möglich. Im Falle eines Dammbruches wären der Ortsteil „Ettwiesen“ und die darum liegenden Felder betroffen. Die Haftung für mögliche Schäden bei einem möglichen Hochwasser mit Dammbruch hätte die Stadt Marktoberdorf zu tragen.