Bauhoffahrzeuge in Kaufbeuren mit Abbiegeassistent nachgerüstet

4.3.2020 Kaufbeuren. Der tote Winkel bei großen Fahrzeugen kann zu Unfällen führen. Der Bauhof der Stadt Kaufbeuren hat nun sechs Fahrzeuge mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

„Das Risiko Radfahrer und Fußgänger im seitlichen Gefährdungsbereich zu übersehen geht mit den neuen Abbiegeassistenzsystemen sehr stark zurück“, resümiert Dieter Simnacher, Leiter des Fuhrparks im städtischen Bauhof.

Bereits im November letzten Jahres hat man damit begonnen bei drei Müllsammelfahrzeugen und drei LKW-Krankippern die Abbiegeassistenten nachzurüsten. Die Fahrer dieser Fahrzeuge würden aufgrund der Fahrzeugbeschaffenheit besonders davon profitieren, so Simnacher.

Immer wieder kommt es auch zu tödlichen Unfällen, weil die Fahrer großer Kraftfahrzeuge Personen und Radfahrer beim Rechtsabbiegen nicht sehen. Abbiegeassistenzsysteme sorgen dafür, dass die Fahrer eine Rundumsicht ihres Fahrzeugs haben: Eine Kamera außen projiziert Bilder des Gefahrenbereichs direkt auf einen Bildschirm in das Sichtfeld des Fahrers. Die Kamera wird beim Rechtsblinken aktiviert. Der Monitor befindet sich in der Nähe des Rückspiegels, sodass der Fahrer beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren intuitiv in den Monitor sieht.

Der Konflikt zwischen einem Lkw und ungeschützten Verkehrsteilnehmern gehört zu den gefährlichsten Situationen des Straßenverkehrs überhaupt:

„Die Nachrüstung des Abbiegeassistenten hat pro Fahrzeug zwischen 1.500 und 2.000 Euro gekostet. Wenn ein Mensch aber zu Schaden kommt, weil es kein Abbiegeassistenzsystem im Fahrzeug gibt, dann ist das finanziell nicht aufzuwiegen“, begrüßt Oberbürgermeister Stefan Bosse die Nachrüstung.

Die verpflichtende Einführung der Abbiegeassistenzsysteme für LKWs durch eine Verordnung der EU-Kommission ist nach derzeitigem Stand erst ab 2022 für neue Fahrzeugtypen und ab 2024 für alle Neufahrzeuge vorgesehen.

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