Bilanz der Unterallgäuer Abfallwirtschaft für das Jahr 2018

8.5.2019 Landkreis Unterallgäu. Jeder Kreisbürger hat im vergangenen Jahr statistisch gesehen 569 Kilogramm Abfälle produziert. Davon wurden 77 Prozent wiederverwertet. Diese Zahlen präsentierte Edgar Putz, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises, nun im Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags. Besonders auffallend war 2018 die große Menge an Gartenabfällen. Wegen des warmen Sommers wurde laut Putz so viel Grüngut erfasst wie sonst nie.

Putz stellte in der Sitzung die Bilanz der Abfallwirtschaft für das Jahr 2018 vor. Demnach wurden insgesamt 81.586 Tonnen Abfälle erfasst und damit 2.956 Tonnen mehr als im vergangenen Jahr. Der Großteil der Abfälle waren mit 57.042 Tonnen (398 Kilo pro Einwohner) Wertstoffe. 24.544 Tonnen (171 Kilo pro Einwohner) waren Abfälle zur Beseitigung.

Vor allem mehr Wertstoffe wurden im vergangenen Jahr gesammelt. Mit einem Plus von 2.586 Tonnen ging deren Menge um 4,8 Prozent nach oben. Die größte Steigerung bei den Wertstoffen gab es bei den Gartenabfällen. Mit 22.521 Tonnen (157 Kilo pro Einwohner) waren es 1.252 Tonnen mehr als im Vorjahr. „Das ist der höchste Wert an Grüngut, den wir in den vergangenen 40 Jahren erfasst haben“, sagte Edgar Putz. Grund sei das „vegetativ sehr gute Jahr“ gewesen.

Zweitgrößte Fraktion bei den Wertstoffen war das Altpapier (10.850 Tonnen, 76 Kilo pro Kopf), gefolgt von den Bioabfällen (4.798 Tonnen, 33 Kilo pro Kopf), Altholz (4.216 Tonnen, 30 Kilo pro Kopf) und Glas (3.286 Tonnen, 23 Kilo pro Kopf). Als nächstes folgten mit 2.491 Tonnen (17 Kilogramm pro Kopf) die Leichtverpackungen, die im vergangenen Jahr noch im Gelben Sack gesammelt wurden und von den Bürgern zum Wertstoffhof gebracht werden mussten.

Gegenüber dem Vorjahr sei die Menge an Leichtverpackungen um 137 Tonnen (1,26 Kilo pro Einwohner) zurückgegangen, so Putz. Das zeige eine schwindende Akzeptanz des Bringsystems. Die Einführung der Gelben Tonne und damit die Umstellung auf ein Holsystem Anfang dieses Jahres sei deshalb die richtige Entscheidung gewesen. Schon jetzt zeichne sich ab, dass mit der Gelben Tonne deutlich mehr Leichtverpackungen erfasst werden als bisher. Eine „interessante Entwicklung“ gab es dem Leiter der Abfallwirtschaft zufolge auch beim Elektronikschrott. Mit 1.396 Tonnen (10 Kilo pro Kopf) sei so viel Elektronikschrott gesammelt worden wie nie zuvor.

Wie die Wertstoffmenge nahm auch die Zahl der Abfälle zu, die beseitigt werden mussten. Diese stiegen 2018 um 370 Tonnen auf 24.544 Tonnen. Putz relativierte dies allerdings: da die Einwohnerzahl zugenommen habe, hätten die Beseitigungs-Abfälle pro Kopf mit 171 Kilogramm sogar geringfügig abgenommen. Zu den Abfällen, die beseitigt und zum Beispiel thermisch verwertet werden, zählen der Hausmüll (19.845 Tonnen, 138 Kilo pro Kopf), der Sperrmüll (1.917 Tonnen, 13 Kilo pro Kopf), Gewerbeabfälle (11 Kilo pro Kopf) sowie Deponie-Abfälle (1.194 Tonnen, 8 Kilo pro Kopf).

Nach der Statistik war das Abfallwirtschaftskonzept Thema im Umweltausschuss. Die Mitglieder des Ausschusses sprachen sich dafür aus, das Konzept fortzuschreiben und um verschiedene Maßnahmen zu ergänzen. So sollen künftig zum Beispiel die Tauschbörsen an den Wertstoffhöfen ausgebaut und private und gemeinnützige Abfallvermeidungs- und Verwertungsinitiativen vernetzt werden. Ziel ist es, die Abfallvermeidung und Wiederverwertung zu fördern und mit Blick auf Initiativen wie Repair-Cafés auch das Bewusstsein für den Erwerb von nachhaltigen Produkten, die reparaturfähig sind, zu stärken. Das Abfallwirtschaftskonzept wurde zuletzt 2017 aktualisiert und enthält die abfallwirtschaftlichen Ziele des Landkreises.