Der Narrenbaum in Wangen steht

11.2.2021 Wangen im Allgäu. In Zeiten von der Pandemie ist vieles anders als gewöhnlich – auch die Fasnet. Doch die Stadt zeigt Flagge mit den Wimpeln über den Straßen und dem Narrenbaum, und die Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot postet Filme auf der Homepage und den Social media-Kanälen.

So kann sich – wer will – original „Wangemer“ Fasnetsgefühl ins Haus oder aufs Handy holen. Die Fasnetsfilme sind auf der Homepage narrenzunft-wangen.de der Kuheschelle weiß-rot zu finden. Einer wurde auch im Wangener Rathaus gedreht, als die Gugelnarren Oberbürgermeister Michael Lang coronagerecht aufsagten. Er ist jetzt online.

Traditionell finden sich die Narren aus Wangen und den Ortschaften am Mittwoch vor dem Gumpigen Donnerstag im abendlichen Scheinwerferlicht zusammen und nehmen der Obrigkeit den Rathausschlüssel ab, um in den folgenden Tagen zu arbeiten, wie sie es verstehen. Dabei wird dem abgesetzten Oberbürgermeister samt seiner Mannschaft und Vertretern des Gemeinderats ordentlich der Marsch geblasen.

Sie dürfen sich dann ihre – aus Sicht der Narren – Sünden des vergangenen Jahres anhören, um anschließend demütig Besserung zu geloben.

In diesem Jahr fuhr der städtische Bauhof mit drei Fahrzeugen auf den Marktplatz, nachdem der Wochenmarkt vorbei war und stellte ohne Musik, Gesang und schöne Reden den rot-weißen Narrenbaum mit der ebenfalls rot-weißen Schelle auf. Rund eine halbe Stunde brauchten die Männer um Stefan Gufler, dann stand er da – der Narrenbaum.

Am Gumpigen Donnerstag ziehen die Gugelnarren durch die Amtsstuben und sagen wiederum bei der Stadtverwaltung, aber auch in vielen anderen Ämtern in der Stadt ihre Sprüche auf. Die Schülerinnen und Schüler sämtlicher Schulen bekommen eine Brezel geschenkt und werden „befreit“. Nicht so in diesem Jahr. Alle sind zu Hause.

Für die Narren gilt in diesen Tagen: „Der Narr verstummt nicht, ist nur etwas leise, macht Fasnet mit Abstand auf and’re Weise.“

Das gilt auch für die Kinder, die in anderen Jahren am Nachmittag des Gumpigen im bunten Umzug durch die Altstadt ziehen. Und für all jene, die abends in den Kneipen feiern würden. In diesem Jahr heißt es daheim bleiben.