Empfang für ehrenamtliche Lindauer Flüchtlingshelfer

27.11.2019 Lindau (Bodensee). „Der heutige Abend ist für Sie. Es ist ein Abend, an dem der Landkreis und auch der Freistaat Bayern Ihnen ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘ sagt für Ihr herausragendes Engagement“, so begrüßte Landrat Elmar Stegmann im Löwensaal in Lindenberg über 120 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer zu einem ersten Ehrenamtsempfang.

Festrednerin war an diesem Abend die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die sehr persönlich und direkt den Ehrenamtlichen ihre Wertschätzung aussprach. In einer Podiumsdiskussion kamen später auch die Flüchtlingshelfer Evi Poppe und Max Kostka sowie die hauptamtliche Integrationslotsin Edith Vögel zu Wort und schilderten die Herausforderungen rund um ihr Engagement für geflüchtete Menschen.

Lebten Ende 2013 noch 178 geflüchtete Menschen in den Flüchtlingsunterkünften im Landkreis, so waren es Ende 2015 859. Die Zahl fiel in den folgenden Jahren auf etwa 750 Menschen im Schnitt und heuer werden wohl auf Ende des Jahres etwa 710 geflüchtete Menschen in Unterkünften des Landkreises und der Regierung von Schwaben untergebracht sein. Hinzu kommen diejenigen, die bereits in eine eigene Wohnung gezogen sind, so dass derzeit etwa 1.300 Menschen mit asylrechtlichem Hintergrund im Landkreis wohnen.

Im Landkreis Lindau sind diese Menschen nicht in großen Unterkünften, sondern dezentral in kleinen Einheiten in allen Gemeinden untergebracht. Dieses Konzept wurde an diesem Abend von allen Seiten gelobt.

„Nur so kann Integration überhaupt gelingen“, meint Evi Poppe vom Helferkreis Oberreute. Die Integration von Menschen aus anderen Kulturen ist sehr vielschichtig: Es geht um Spracherwerb, Unterstützung bei Behördengängen, der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche und vieles mehr.

„Wir hätten es leichter, wenn der öffentliche Nahverkehr besser ausgebaut wäre“, so Max Kostka vom Helferkreis in Hergatz. „Dann würden viele Fahrdienste wegfallen.“ Landrat Stegmann konnte hier Erleichterung in Aussicht stellen, da das neue Nahverkehrskonzept des Landkreises nun nach und nach umgesetzt wird mit dem Ziel, den ÖPNV auszubauen und zu verbessern.

„Eine gelingende Integration erfordert Unterstützung in vielen unterschiedlichen Bereichen und hier haben Sie alle, die Sie heute hier sind, in den letzten Jahren Unglaubliches geleistet“, lobte Landrat Elmar Stegmann die vielen Ehrenamtlichen, aber auch die Mitarbeiter des Landratsamtes sowie die Gemeinden vor Ort.