Erneuerung der Allee an der Alten Steige in Oberbeuren

25.10.2018 Kaufbeuren. Die Allee an der Alten Steige in Oberbeuren ist ein ganz besonderer Ort. Viele Spaziergänger und Radfahrer genießen dort regelmäßig die Natur und die Aussicht über die Stadt und in Richtung Berge.

Die Bäume der Allee sind Pappeln, die vor etwa sechzig bis siebzig Jahren gepflanzt wurden. Pappeln wachsen zwar schnell, allerdings sind sie nicht besonders langlebig. Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigen, dass die Pappeln der Allee langsam am Ende ihrer Lebenszeit angekommen sind. Die Bäume sind in einem schlechten Zustand: Sie produzieren zunehmend Totholz, das zum Schutz von Passanten regelmäßig entfernt werden muss.

Zudem brechen bei Unwettern oder Stürmen vermehrt Äste ab – wie etwa im Sommer 2016, als bei den damals heftigen Gewitterstürmen viele Äste und große Teile von Baumkronen abbrachen. Zwei Bäume wurden damals auch entwurzelt. Der Bruch musste von den Mitarbeitern der Stadtgärtnerei per Hebebühne herausgenommen werden. Kurz: Der Pflegeaufwand ist hoch. Zudem besteht die Gefahr von herabfallenden Ästen und Teilen von Baumkronen.

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Vor diesem Hintergrund stellte der Umweltbeauftragte des Kaufbeurer Stadtrats, Forstdirektor a.D. Gerhard Limmer, im Januar 2018 einen Antrag auf eine schrittweise Erneuerung der Allee. Nun sind die Planungen abgeschlossen und die Arbeiten haben begonnen: 89 Linden sollen die bisherigen Pappeln ersetzen und wieder eine Allee bilden. Die Vorteile von Linden: Es handelt sich hierbei um eine heimische Baumart, die sehr langlebig ist und mit einer stattlichen Wuchsform punktet. Zudem ist sie insektenfreundlich und nicht giftig.

Ebenso wichtig: Linden können sich in unserem Klima selbst regenerieren, wie einige sehr schöne Exemplare im Stadtgebiet zeigen. Die Linden an der Josef-Landesstraße im Bereich des Mühlbachs sind um die 150 Jahre alt und erfreuen sich bester Gesundheit. „Uns ist klar, dass es seine Zeit dauern wird, bis die neue Lindenallee ihre volle Präsenz und Strahlkraft entfaltet. Aber einen Baum pflanzt man schließlich nicht für den Moment, sondern für die Zukunft“, erläutert Helge Carl, Referatsleiter für Bau und Umwelt bei der Stadt Kaufbeuren.

„Und mit den Linden haben eine Lösung gefunden, die über lange Zeit Freude bereiten wird.“ Einem späteren Ausbau der Alten Steige bei der Realisierung eines Radwegs nach Friesenried stehe die Erneuerung der Allee nicht entgegen, so Carl weiter. Das sei bei der Planung bereits berücksichtigt worden. Der Zustand der Pappeln habe aber kein weiteres Warten zugelassen.

89 Linden für die Alte Steige

Insgesamt sollen 89 Linden gepflanzt werden – getreu der Devise: Ein neuer Baum für jeden gefällten Baum, welche die Stadt bei den Baumpflegearbeiten verfolgt. Im Frühjahr wurden im unteren Abschnitt der Alten Steige bereits 18 Linden zwischen die Pappeln gepflanzt. Im Laufe der kommenden Wochen, bis voraussichtlich Ende November, werden weitere 14 Linden eingesetzt. Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres werden dann die ersten Pappeln entfernt: Zunächst jene im unteren Abschnitt bei den im Frühjahr 2018 gepflanzten Linden.