Fasnet Bad Waldsee 2016

Mittwoch, 6. Januar 2016
Mittwoch, 3. Februar 2016 bis Dienstag, 9. Februar 2016

Fünf Gesichter zur fünften Jahreszeit: In der Kneippstadt Bad Waldsee wird ein guter alter Brauch seit dem 15. Jahrhundert gefeiert – die Waldseer Fasnet. Und weil die Fasnet viel älter ist als die Prädikatisierung zum Heilbad – dies geschah erst 1956 – heißt es bis heute „Waldseer Fasnet“.

Mit dem „Gschellabstauben“ am Dreikönigstag, 6. Januar 2016, rüsten die Narren für ihre urigen Umtriebe. Dann ist es in der Kurstadt vorbei mit Ruhe und Beschaulichkeit, der Mummenschanz regiert.

Vom dämonisch anmutenden „Schrättelestanz“ am Mittwoch, 3. Februar, bis zur Narrenmesse und der Beerdigung der Fasnet am Faschingsdienstag, 9. Februar, dauert dann die wildeste Zeit im oberschwäbischen Bad Waldsee.

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Begleitet von vielen Narrensprüchen begegnen die Gäste den fünf originären, aus Holz geschnitzten Waldseer Masken auf Schritt und Tritt. Sie heißen „Schrättele“, „Federle“, „Narro“, „Faselhannes“ und „Schorrenweible“. Dazu gibt es für Besucher in der Altstadt im Hotel Grüner Baum eine Pauschale mit Logenplatz ab 199 Euro pro Person. Infos: www.bad-waldsee.de

Die Waldseer Masken zur Hochfasnet

Die Hexe „Schrättele“ leitet ihren Namen vom „Schratt“ ab – einem Dämon und Plagegeist. „Mi hot heut Nacht s`Schrättele druckt“ heißt es bis heute nach schlaflosen Stunden. S’„Federle“ ist der Böse von Waldsee, der als Jäger verkleidet die Frauen verführt hat. Der „Narro“ trägt bunte Federn und hüpft wie verrückt vor Lebensfreude – meist zusammen mit dem „Faselhannes“, der schelmisch-lachend lokale Anekdoten brabbelt. Und das „Schorrenweible“, einst die Kräuterfrau aus dem Wald, humpelt mit ihrem Korb durch die Gassen.

Zum Auftakt der sogenannten Hochfasnet wird am Mittwoch, 3. Februar, den Regierenden der Stadt abends um 19 Uhr die Macht aus den Händen genommen und die Narren übernehmen das Ruder. Wenige Stunden später schleichen sich um Mitternacht gespenstisch anmutende „Schrättele“ auf den Rathausplatz und tanzen mit angeglühten Besen ums lodernde Feuer. Wind und Trommelschlag begleiten sie, bis sie vom „Faselhannes“ und „Narro“ vertrieben werden. Dazu wird Glühwein ausgeschenkt.

Bevor am „Gumpigen Donstig“ der Narrensprung startet, ein Umzug mit heimischen Masken und auswärtigen Zünften, werden die Schüler durch die Zünfte vom Unterricht befreit. Am Samstag, 6. Februar, gibt es eine Narrenparty unter den Arkaden am Rathaus und am „Fasnetssonntig“, 7. Februar, findet die Narrenmesse statt. Am Fasnetsmontig beim großen Narrensprung ziehen schwäbisch-alemannische Zünfte aus Süddeutschland und der Schweiz durch die Innenstadt.

Am „Fasnetsdienschtig“, 9. Februar, gibt’s für den Narrennachwuchs einen Kinderumzug. Danach beginnen die Stunden der Trauer: Die Besen werden verbrannt und die „verstorbene“ Fasnet, das auf einer Leiter liegende Mäschkerle (Puppe), wird den Fluten des Schlossbaches übergeben. Die Teilnehmer des Trauerzuges feiern anschließend in den Lokalen der Stadt. Schlag 24 Uhr läutet die Fasnet im historischen Kornhaus aus.

Im Fasnetmuseum

Die Zunftstube ist in der historischen Ölmühle eingerichtet zusammen mit dem Mühlenmuseum und dem Fasnetmuseum. Zu sehen sind sämtliche Masken der Zunft: das Sammlervölkle, die Brezgebuaba, die Nachtwächter und Trommler, die Garde sowie der Prinz mit Hofnarr – eine Prinzessin gibt es bei der Waldseer Fasnet nicht. Die erste Narrenzeitung stammt aus dem Jahr 1866.

Die Masken der Hauptfiguren „Schrättele“, Federle“, „Narro“, „Faselhannes“ und „Schorrenweible“ werden durchweg aus Lindenholz hergestellt und keine gleicht der anderen. Jede von ihnen hat eine Nummer, mit der der Träger identifiziert werden kann. Derzeit gibt es drei zugelassene Maskenschnitzer. Wer eine Maske möchte, muss sich erst hoch “dienen“. Er muss Mitglied in der Narrenzunft werden und den Verein tatkräftig unterstützen. Erst nach ein paar Jahren kann er dann damit rechnen, dass dem Antrag auf eine Maske entsprochen wird.

Urlaub zur Fasnetzeit

Zum Narrentreiben gibt‘s ein Arrangement mit drei Übernachtungen und Halbpension (schwäbische Fasnetgerichte) einschließlich zentralem Logenplatz für die Umzüge ab 199 Euro pro Person im Doppelzimmer (EZ 228 Euro) im Hotel Grüner Baum in der Stadtmitte.

Infos:
Kur- und Gästeinformation Bad Waldsee, 88339 Bad Waldsee, Tel. 07524 94-1342, www.bad-waldsee.de und www.narrenzunftwaldsee.de.