Fernsehtipp 9.2.2020: „Die Sennerin“

Sonntag, 9. Februar 2020
14:30

Fernsehtipp am Sonntag, 9.2.2020, um 14:30 Uhr im Bayerischen Fernsehen: „Die Sennerin“

Seit vier Monaten ist die 20-jährige Josefa Leitner als Sennerin auf der Ochsenalm allein für die Tiere, die Wiesen und die alte Almhütte verantwortlich. Filmmacher Ralph-Jürgen Schoenheinz begleitet Josefa mit einer kleinen Kamera und schafft es, die junge Frau natürlich und authentisch zu zeigen.

Sie wollte vom Trubel unten im Tal ablassen und über sich nachdenken. Filmautor Ralph-Jürgen Schoenheinz gibt Einblicke in das Leben einer außergewöhnlichen jungen Frau. Über zwei Jahre hat er sie mit der Kamera begleitet. Wie haben sie die Erfahrungen als Sennerin verändert?

Weit weg vom Elternhaus, als 20-jähriges Mädchen allein in den Bergen, ohne Internet, als Selbstversorgerin, verantwortlich für das Wohlergehen Dutzender junger Rinder – und das Ganze monatelang nur für ein Taschengeld: Josefa Leitner sucht bewusst nach dieser Erfahrung, als Sennerin auf der uralten Ochsenalm bei Rottach-Egern.

Bevor sich die junge Frau, raus aus dem Elternhaus, an einen Lebenspartner bindet, vielleicht eine eigene Familie gründet, will sie wissen, wie sie mit sich selbst auskommt. Sie will sich selbst besser kennenlernen. Allein und in Ruhe ohne den Trubel unten im Tal.

Ein kleines Stück Heimat freilich nimmt sie mit hoch: zwei eigene Pferde, mit denen sie täglich rund um die Alm galoppiert. Pferde sind ihre große Leidenschaft, die sie Kraft und Lebendigkeit spüren lassen. Aber bald werden ihr auch die sanften Rinder immer vertrauter und sie denkt nach, warum überhaupt Tiere, selbst die kleine Spinne auf der Hand, für sie so wichtig sind: „Tiere zwingen mich, präsent zu sein, im Moment zu leben, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft.“

Tiere seien ihr eine große Hilfe, denn es zähle das „Jetzt“, der Augenblick: Sind wirklich alle Rinder da nach dem Wolkenbruch? Hat sich keines verlaufen oder wurde vom Blitz erschlagen? Was tun mit der verletzten Kuh?