Flexibus nimmt im Oktober Fahrt auf

18.7.2018 Landkreis Unterallgäu. Wer ab Oktober im Raum Kirchheim-Pfaffenhausen oder um Mindelheim den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) nutzt, ist dabei deutlich flexibler als bisher:

Ab 1. Oktober ergänzt der Flexibus das bisherige Angebot in den Gemeinden Breitenbrunn, Eppishausen, Kirchheim, Oberrieden und Pfaffenhausen mit sämtlichen Ortsteilen und Weilern. Ab 15. Oktober geht der Flexibus dann auch in Apfeltrach, Dirlewang, Kammlach, Mindelheim und Unteregg auf Fahrt. Dies hat der Kreisausschuss des Unterallgäuer Kreistags beschlossen.

Am Abend, als die Bürgermeister sich zur Unterzeichnung der Verträge im Landratsamt trafen, sprach Landrat Hans-Joachim Weirather gar von einer „neuen Ära im öffentlichen Personen-Nahverkehr des Landkreises“.

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Wie positiv sich der Flexibus auf das ÖPNV-Angebot einer Gemeinde auswirkt, zeigt etwa das Beispiel Pfaffenhausen. Derzeit gibt es im Markt drei Bushaltestellen, die von Montag bis Freitag insgesamt 31 Mal angefahren werden, am Wochenende aber gar nicht. Ab Oktober gibt es in Pfaffenhausen zusätzlich ganze 37 Flexibus-Haltestellen.

Diese werden montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr und an den Wochenende und Feiertagen zwischen 7 und 18 Uhr angefahren – aber nicht nach einem vorgegebenen Fahrplan, sondern immer dann, wenn der Flexibus vorher angefordert wurde. Der Flexibus fährt auch nicht auf einer festgelegten Route, sondern im jeweiligen „Knoten“ flexibel an sieben Tagen in der Woche – er muss eben nur rechtzeitig telefonisch bestellt werden.

Dieses neue Angebot ist dem Landkreis und den beteiligten Gemeinden einiges wert: Sie tragen nach Abzug einer staatlichen Förderung den Löwenanteil der Kosten, die durch den Fahrkartenverkauf nur zu einem Teil abgedeckt werden.

Je nachdem, wie viele Fahrgäste das neue Angebot nutzen, sind das für den Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen mit den Orten Breitenbrunn, Eppishausen und Oberrieden laut den Prognosen von Josef Brandner von der Flexibus KG aus Krumbach zwischen 100.000 und 140.000 Euro im Jahr. Für den neuen Knoten Mindelheim mit den Orten Apfeltrach, Dirlewang, Kammlach und Unteregg sind es laut Manuel Steber vom Busunternehmen Steber voraussichtlich zwischen 130.000 und 170.000 Euro im Jahr.

Für den Fahrgast selbst ist das neue, flexiblere Angebot durch die kommunale Förderung nicht viel teurer als eine Fahrt mit dem Linienbus: Für eine Linien-Fahrt von Pfaffenhausen nach Kirchheim bezahlt ein Erwachsener 3,30 Euro; nutzt er den Flexibus, so kostet das Ticket für die gleiche Strecke 5,00 Euro. Der Tarif berechnet sich über so genannte „Waben“ – er ist also abhängig davon, wie viele „Waben“ von Start bis Ziel durchfahren werden.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Kreisausschusses die Einführung der beiden Flexibus-Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen und Mindelheim-Dirlewang-Kammlach. Der Landkreis wird sich nach einem festgelegten Satz am Defizit beteiligen.

Rufbus und Flexibus – Was ist der Unterschied?

Der Flexibus fährt nicht nach einem vorgegebenen Fahrplan zu vorgegebenen Abfahrtszeiten, sondern im jeweiligen Flexibus-Gebiet über den ganzen Tag. Die Fahrt wird individuell über einen Anruf beim Flexibus-Call-Center gebucht. Die Bus-Route richtet sich nach den jeweiligen Anfragen.

Im Gegensatz dazu fährt der Rufbus in der Regel nur ein oder zwei Mal am Tag auf einer festen Linie. Die Abfahrt erfolgt an den bestehenden Linien-Haltestellen. Während ein Linienbus eine Strecke immer zu den im Fahrplan angegebenen Zeiten abfährt, kommt der Rufbus nur, wenn er vorher durch einen Anruf „gerufen“ wird. Die Fahrzeiten sind jedoch ebenfalls im Fahrplan vorgeschrieben, dort aber mit einem „R“ gekennzeichnet.

Innerhalb eines Flexibus-Knotens gibt es keine Rufbus-Fahrten.

(Foto: Landratsamt Unterallgäu)