Gewinner des Unterallgäuer Förderpreises

22.11.2019 Landkreis Unterallgäu. Gemeinsam kochen, zusammen Sport treiben und sich zum Spielenachmittag oder einem Vortrag treffen: Die Gewinner des Unterallgäuer Förderpreises für vorbildhafte Projekte aus der Seniorenarbeit tragen dazu bei, dass ältere Menschen im Ort gut eingebunden sind, gesund bleiben und lange im eigenen Zuhause wohnen bleiben können.

Der Preis, der im Rahmen des Kreis-Seniorenkonzepts vergeben wird, wurde jetzt bei einem Festakt im Landratsamt Unterallgäu verliehen. Gewonnen hat der Sportverein Lachen. Den zweiten Platz belegte die Gemeinde Apfeltrach, Dritter wurde der Verein für bürgerschaftliches Engagement Ottobeuren.

Landrat Hans-Joachim Weirather dankte allen, die sich um den Preis beworben haben, für ihr Engagement. Insgesamt waren zwölf Projekte für den Förderpreis eingereicht worden. „Es waren allesamt sehr gute und gewinnbringende Projekte“, betonte der Landrat. „Alle Projekte leisten einen wertvollen Beitrag fürs Leben im Alter“, sagte auch Hubert Plepla, Seniorenkonzept-Koordinator am Landratsamt. Deshalb, so Weirather und Plepla, sei es für die Jury nicht einfach gewesen, die drei Gewinner zu küren.

Die Sieger-Projekte wurden anschließend vorgestellt.

Der Sportverein Lachen wurde für das Projekt „Seniorfit – Sport und Bewegung trotz Alter“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Hans Wiedenmayer informierte über den Verein und sein Bewegungsangebot für Senioren von Yoga bis hin zu Sitztanz. Senioren, die nicht mehr mobil sind, holt der Verein „Lachen hilft“ ab und fährt sie zu den Sportkursen. Es sei phantastisch zu sehen, wie alle bei diesem Projekt an einem Strang ziehen, hob Hubert Plepla hervor. „Wenn man die Dynamik in dieser Gemeinde sieht, ist man beeindruckt.“ Lachen arbeitet seit 2016 im Rahmen des Kreis-Seniorenkonzepts an der sogenannten Quartiersentwicklung, also der altersgerechten Gestaltung des gesamten Orts.

Den zweiten Platz belegte die Gemeinde Apfeltrach mit ihrem Seniorenkochen. Hier wird laut Plepla nicht nur ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung geschaffen, sondern auch das Miteinander gepflegt. Wie Hubert Eisenschmid berichtete, wird im ehemaligen Pfarrhof einmal im Monat ein mehrgängiges Menü gekocht. Wie groß die Bandbreite ist, zeigte Eisenschmid mit einem Gedicht aus den verschiedenen Gerichten auf. Regelmäßig kommen zum Seniorenkochen 15 bis 20 Senioren, die sich das Essen schmecken lassen und den gegenseitigen Austausch schätzen.

Der dritte Preis ging an den Verein für bürgerschaftliches Engagement Ottobeuren mit seinem Begegnungsort „Macht mit“. Der Treff sei eine wunderbare Begegnungsstätte und aus Ottobeuren nicht mehr wegzudenken, so Hubert Plepla. Pro Jahr finden dort rund 180 Veranstaltungen mit 1600 Teilnehmern statt. Vereinsvorsitzender Beppo Haller berichtete über die Entstehungsgeschichte des Treffs, der 2017 ins Leben gerufen wurde und in den Räumen einer ehemaligen Apotheke untergebracht ist. Im „Macht mit“ finden Spielenachmittage, Vorträge oder Ausstellungen statt. Es werden Filme gezeigt und im regelmäßigen „Reparatur-Café“ defekte Gegenstände repariert.

Den Gewinnern gratulierte auch Karl-Heinz Ariands, Ministerialdirigent am Sozialministerium. „Sie setzen sich in ganz besonderer Weise ein.“ Lob gab es von ihm auch für den Landkreis Unterallgäu. Das Seniorenkonzept liege im Unterallgäu nicht in der Schublade. „Sie leben dieses Konzept und setzten es in einem lebendigen Miteinander mit den Kommunen um.“

Die musikalische Umrahmung des Abends übernahm die Unterallgäuer Gruppe „Jazzbande“. Auch dafür gab es von den zahlreichen Teilnehmern viel Applaus.

Der Förderpreis

Der Landkreis Unterallgäu verleiht den Förderpreis für vorbildhafte Projekte aus der Seniorenarbeit alle zwei Jahre. Heuer wurde er zum vierten Mal vergeben.

Ausgezeichnet werden bürgerschaftliche und gemeinnützige Projekte, die den sozialen Raum für ältere Menschen erfolgreich gestalten und dadurch die Lebensbedingungen für Senioren in der jeweiligen Kommune verbessern.

Die Jury besteht aus Mitgliedern des Unterallgäuer Kreistags sowie aus Fachleuten. Mitglieder der Jury sind aktuell Agnes Schragl (Freie Wähler), Sybille Dörner (SPD), Christian Seeberger (JWU), Stefan Fäßler (Grüne),
Roswitha Siegert (CSU), Edeltraud Neubauer (Kreisseniorenbeauftragte), Rita Heidorn (Gesundheitsamt) und Raimund Steber (Gemeindepsychiatrischer Verbund Memmingen/Unterallgäu)

Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Der zweite mit 2000, der dritte Preis mit 1000 Euro. Alle eingereichten Projekte bekommen einen Anerkennungspreis in Höhe von 100 Euro.

Viele weitere Informationen sind unter www.unterallgaeu.de/seniorenkonzept zu finden.