Heimat-Panorama – Ausstellung zu Eugen Felle in Isny eröffnet

12.4.2019 Isny im Allgäu. Die Ausstellung Heimat-Panorama ist eröffnet. Postkarten des Isnyer Postkartenmalers Eugen Felle sind in der städtischen Galerie im Schloss bis zum 8. September zu sehen.

„Außergewöhnlich“- das war für Bürgermeister Rainer Magenreuter die Eröffnung der Ausstellung. Wenn an einem frühlingshaften Samstagnachmittag das Refektorium im Schloss Isny voll ist, ist das wahrlich schon außergewöhnlich.

Dass der Isnyer Eugen Felle im selben Jahr zur Welt kam, in dem die Postkarte „erfunden“ wurde, wenn dieser Eugen Felle dann auch noch ein berühmter Postkartenmaler wird und dessen Gedenkausstellung zum 150. Geburtstag einer der Höhepunkte eines Projekts ist, für das die Kulturstiftung des Bundes im Fonds Stadtgefährten 150.000 Euro locker macht – dann darf das mit Fug und Recht als „außergewöhnlich“ bezeichnet werden.

Als ebenfalls außergewöhnlich empfand nicht nur Bürgermeister Magenreuter die Enthüllung eines besonderen Objekts im Schlosshof: ein außergewöhnliches Bschüttfass.

„Es war das Beste, was der Museumsarbeit passieren konnte“, sagte Ute Seibold, die Leiterin der Städtischen Museen über das, was in den letzten beiden Jahren über das Projekt Panorama-Partner angestoßen worden ist und auf welch fruchtbare Weise die museumslose Zeit dank Eugen Felle überbrückt wurde. Karin Konrad, die Leiterin des Kulturbüros nannte es ein „stimmiges Brückenprojekt“ und drückte ihre Hoffnung aus, dass der Standort Schloss irgendwann eine „echte Heimat“ werde.

Detailreiche Panoramen

„Er muss ein netter Typ gewesen sein“, verriet Tosca Maria Kühn, die Urenkelin des Postkartenmalers. Der hat für ihr Gefühl aber zu viel gearbeitet und dadurch seine Nachkommen vor die fast unlösbare Aufgabe gestellt, eine Auswahl zu treffen. In der Galerie ist denn auch nur die „Spitze des Eisbergs“ zu sehen, wie Ursula Winkler, die Projektleiterin von Panorama_Partner, es nannte. Sie plauderte aus dem Gästebuch Felles und dankte nicht nur denjenigen, die aus ihren jeweiligen Sammlungen seltene Postkarten zur Verfügung stellen, sondern auch der Stadtverwaltung, für die das Projekt einiges an Zusatzarbeit gebracht habe.

Auch wenn das Wort „außergewöhnlich“ nicht über Gebühr strapaziert werden sollte – was mit der Ausstellung seinen Anfang gefunden hat, verdient diese Bezeichnung dennoch. Denn gleichzeitig mit der wirklich gelungenen Präsentation der Felle-Postkarten in ihrer unterschiedlichen Ausprägung – teils mit frechem Witz, teils mit eindeutiger Werbebotschaft, immer aber mit einer unglaublichen Präzision der Landschaftsdarstellung, der detailreichen Panoramen – konnte ein erster Blick ins künftige Museum im ersten Obergeschoss des Schlosses geworfen werden.

Das „Außergewöhnliche“ dort: Rudi Daumann, Dagmar Durach und Claus Fehr haben ihre, über viele Jahre entstandenen Pläne der Isnyer Stadtentwicklung eingebracht, die nun in einer ersten Version vereint sichtbar sind.
Eugen Felle war Visionär, das zeigt seine Jux-Karte mit seinem fliegenden Bschüttfass.

Einem historischen hölzernen Exemplar, von Hardy Menz gestiftet, verlieh Hans Staffe ein Fahrwerk und Auszubildende von Dethleffs Flügel und Propeller. „Die mussten mit Ausbildungsleiter Alwin Zengerle lange tüfteln, bis die Flügel perfekt waren“, verriet Alexander Leopold, Geschäftsführer von Dethleffs. Das fliegende Bschüttfass ist nun Blickfang im Schlosshof und wirkt, als könnte es jeden Augenblick abheben, mit einem lachenden Eugen Felle drauf.