Hohe Förderung für innerstädtische Projekte in Memmingen

6.10.2021 Memmingen. Staatsministerin Kerstin Schreyer übergibt Förderbescheide über 660.000 Euro – Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Mit dem neuen Sonderfonds der Städtebauförderung „Innenstädte beleben“ unterstützt der Freistaat Bayern Kommunen, um die Qualität der Innenstädte zu stärken und weiterzuentwickeln.

Hierzu übernimmt er bei innerstädtischen Projekten bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. In Memmingen sind das 660.000 Euro; die zugehörigen Förderbescheide überbrachte Kerstin Schreyer Ministerin für Wohnen, Bau und Verkehr persönlich.

Bei dieser Gelegenheit trug sie sich im Rathaus auch in das Goldene Buch der Stadt ein.

„Es ist nicht alltäglich, solch hohe Bescheide zu bekommen“, bedankte sich Oberbürgermeister Manfred Schilder bei der Ministerin.

Staatsministerin Kerstin Schreyer spricht im Rathaus. (Bild: Manuela Frieß – Pressestelle der Stadt Memmingen)

Dabei stellte er heraus, dass die Gelder, die für die Umgestaltung des Weinmarkts, die weitere Planung im Rosenviertel sowie die Neugestaltung der Stadtmauer im Bereich der Hohen Wacht genutzt werden, die Memminger Altstadt und die innerstädtische Aufenthaltsqualität enorm steigern werden.

Kerstin Schreyer betonte ebenfalls: „Wir brauchen Orte zur Begegnung, mit Platz für Zwischenmenschliches, aber auch Kultur und Architektur. Deshalb fördern wir mit diesem Sonderfonds unbürokratisch und schnell auch Dinge, die nicht ganz so typisch für die Städtebauförderung sind.“

Schließlich müsse man, vor allem nach der Belastung der Innenstädte durch die Folgen der Pandemie, die bayerischen Gemeinden pflegen, hegen und entwickeln, so die Ministerin weiter. Sie freue sich sehr, diese Bescheide übergeben zu können und wünsche der Stadt Memmingen alles Gute bei der weiteren Innenstadtentwicklung.

Die Ministerin für Bauen, Wohnen und Verkehr, Kerstin Schreyer (zweite von rechts) übergibt den Förderbescheid für das Rosenviertel an Oberbürgermeister Manfred Schilder (zweiter von links) im Beisein von MdB Stefan Stracke (links) Staatsminister Klaus Holetschek (rechts). (Bild: Manuela Frieß – Pressestelle der Stadt Memmingen)

Die drei geförderten Projekte:

Weinmarkt – Neugestaltung trifft Gegenwart und Geschichte

Der Stadtrat der Stadt Memmingen hat im Dezember 2020 den Beschluss gefasst, bis spätestens 2025, dem Jubiläumsjahr der Abfassung der „Zwölf Bauernartikel“, den Weinmarkt als zentralen Platz der „Stadt der Freiheitsrechte“ für den motorisierten Individualverkehr zu sperren sowie fußgänger- und radfahrerfreundlich zu gestalten.

Damit verbunden ist der Wegfall der Stellplätze, was wiederum Raum für neue Gestaltungsideen und erweiterte Nutzungsmöglichkeiten als Aufenthalts- und Freizeitort bringt. Die Umgestaltung des Weinmarktes bietet zudem die Möglichkeit, der Kramerzunft als Ort der Demokratie an einem zentralen Platz ein adäquates Umfeld zu bieten.

Rosenviertel – Neugestaltung des Tors zur Innenstadt

Mit einem städtebaulichen Wettbewerb und der dadurch geplanten Umstrukturierung und Neugestaltung des derzeit brachliegenden Rosenviertels kann das Tor zur Innenstadt sowie die Innenstadt selbst wiederbelebt werden.

Durch die Umgestaltung können im Altstadtbereich Geschäfte, Wohnungen, Grünflächen und mehr geschaffen werden.
Bevor die Sieger des Wettbewerbs mit der Arbeit beginnen, werden die interessierten Bürgerinnen und Bürger ihnen im Rahmen eines Kolloquiums Hinweise und Wünsche aus Bürgersicht mit auf den Weg geben können.

Die Ergebnisse werden später öffentlich in einer Bürgerinformation ausgestellt. Der Siegerentwurf des Wettbewerbes wird die Basis für die Umsetzung liefern.

Neugestaltung des Freiraumes An der Hohen Wacht

In den Vorbereitenden Untersuchungen für die Altstadt und im Rahmen des Vermarktungskonzeptes für die Stadt Memmingen wird die Stadtmauer mit dem Stadtgraben als bedeutendes historisches Element im Stadtbild hervorgehoben.

Wichtiges Ziel ist es, Stadtmauer und Grüngürtel als Gesamtensemble zugänglich und erlebbar zu machen.

Der Freiraum An der Hohen Wacht vereint beide historischen Charakteristika der Memminger Altstadt: Die dort erhaltene Stadtmauer und die vorgelagerten grünen Wallanlagen. Eine Besonderheit ist, dass dort der Wehrgang noch original erhalten ist.

Der Bereich außerhalb der Stadtmauer ist in seinem derzeitigen Zustand jedoch unübersichtlich und nicht zugänglich. Die Neugestaltung soll attraktive Räume für Bürger und Touristen schaffen und der ehemalige Stadtgraben noch stärker als Naherholungsgebiet dienen.