Hospizzimmer im Bürgerstift Memmingen eingerichtet

6.6.2019 Memmingen. St. Elisabeth Hospizverein Memmingen-Unterallgäu e. V., Bürgerstift und Stadt Memmingen unterzeichnen Kooperationsvertrag.

Im Rathaus unterzeichneten Oberbürgermeister Manfred Schilder, Walter Link, Leiter des Bürgerstifts Memmingen und Thomas Roth, Vorsitzender des St. Elisabeth Hospizvereins den Kooperationsvertrag zur Einrichtung eines Hospizzimmers im Memminger Bürgerstift.

Mit der 2-Raum-Wohnung schafft der St. Elisabeth Hospizverein ein regionales Angebot zur Begleitung schwerstkranker Menschen und ermöglicht einen würdigen Abschied. „Das Thema Hospiz wird in unserer immer älter werdenden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ich bin daher sehr dankbar für dieses tolle Projekt“, äußerte sich Schilder zufrieden.

Anstoß für das Projekt war die in der Region immer wieder auftauchende Frage, warum die Stadt Memmingen und der Landkreis Unterallgäu kein eigenes Hospiz hätten.

Laut Vorgaben der Krankenkassen soll für je 60.000 Einwohner ein Hospizbett zur Verfügung stehen. Dies entspricht einem Bedarf von drei Betten für Stadt und Land bei ca. 180.000 Einwohnern, was für ein eigenes Hospiz aber zu wenig ist, zumal es vier umliegende Hospize in Augsburg, Kempten, Wangen und Illertissen gibt.

Daher wurde nach einer eigenen Lösung gesucht und mit der Einrichtung eines Hospizzimmers gefunden. Analog wie vom Hospizverein im Altenheim St. Georg in Mindelheim betriebenen Hospizzimmer, gibt es nun ein stationäres Hospizzimmer im Memminger Bürgerstift, das Betroffenen aus der Stadt und dem Landkreis die Möglichkeit gibt, heimatnah versorgt zu werden.

„Das Hospizzimmer kann einen stationären Platz in einem Hospiz nicht ersetzen. Aber es bringt mehr Fachlichkeit in die Heime und ist ein wichtiger Schritt“, so Roth. „Ich bin froh, dass dieses ansonsten verborgene – aber äußerst wichtige – Thema damit mehr Beachtung findet.“

Auch Walter Link freute sich: „Es ist schön, dass wir durch das Zimmer viel schneller und kurzfristiger reagieren können. Das erleichtert Betroffenen und Angehörigen bei Bedarf die Entscheidung.“

Ab November wird vom Hospizverein auch im kreiseigenen Altenheim in Türkheim ein Hospizzimmer eingerichtet werden. Somit stehen dann im Landkreis drei dieser Zimmer zur Verfügung. Die Personalkosten werden bis November zunächst von Memmingen und Mindelheim zu gleichen Teilen übernommen.

Ab der Fertigstellung des Zimmers in Türkheim werden sie gedrittelt. Hierfür bedankte sich Roth nochmals ausdrücklich: „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Kosten übernommen werden. Wir als Verein sind dafür sehr dankbar.“

Freuten sich über die Vertragsunterzeichnung (v. links): Dr. Hans-Martin Steiger, Walter Link, Oberbürgermeister Manfred Schilder, Thomas Roth und Margareta Böckh. (Foto: V. Weyrauch/ Pressestelle Stadt Memmingen)