Irina Leist mit Heimatmedaille ausgezeichnet

16.10.2019 Wangen im Allgäu. Für deren Verdienste um die Heimat hat Wissenschafts- und Kunstministerin Theresia Bauer in Winnenden neun Persönlichkeiten mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet. Darunter war auch die Wangenerin Irina Leist.

Die Bandbreite des Engagements der Geehrten ist groß: Sie reicht von der Orts- und Regionalgeschichtsforschung über die Landeskultur, die Brauchtumspflege, die Mundart und die Archäologie bis hin zur Integrationsarbeit.

„Die Liebe zur Heimat – verstanden auch als Heimat gemeinsamer Werte wie Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, soziale Marktwirtschaft und Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen – diese Liebe zur Heimat ist Patriotismus in seiner besten Form“, sagte Ministerin Bauer. „Weltoffenheit und Heimatliebe sind gleichermaßen typisch für Baden-Württemberg und zeichnet unser Land besonders aus.“

Weitere Informationen:

Die Persönlichkeiten, die die Heimatmedaille erhalten, werden durch den Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg ausgewählt. Sie basiert auf den Vorschlägen der Arbeitskreise für Heimatpflege in den Regierungsbezirken, die mit rund 200 Mitgliedsverbänden und -vereinen in der Heimat- und Brauchtumspflege zusammenarbeiten.

Mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg werden Personen ausgezeichnet, die sich um die Heimat Baden-Württemberg besonders verdient gemacht haben. Die Verdienste können sowohl in organisierten als auch in nicht organisierten Formen ehrenamtlicher Tätigkeit beziehungsweise bürgerschaftlichen Engagements erbracht worden sein. Außer Betracht bleiben berufliche Tätigkeiten sowie ehrenamtliche Tätigkeiten in den Organen der kommunalen Selbstverwaltung.

Zu Irina Leist

Irina Leist (geboren 1967) studierte in Köln mit dem Abschluss als Diplom Restauratorin für Gemälde und Skulpturen. Seit ca. 20 Jahren lebt sie in Wangen.

2002 hat Leist die historische Spitalkrippe in der Spitalkirche übernommen, hat sie vollständig restauriert und ergänzt – eine Mammutarbeit von vielen hundert Stunden. Jedes Jahr am 23. Dezember findet in der Spitalkirche die „Wangener Weihnacht“ statt. Verschiedene Gruppen gestalten hier einen vorweihnachtlichen Abend, um die Besucherinnen und Besucher stimmungsvoll auf die kommenden

besinnlichen Tage einzustimmen. Leist hatte die Idee zu dieser Veranstaltung und organisiert diese jedes Jahr mit viel Liebe zum Detail.

Von 2011 bis 2018 war Leist Vorsitzende des Wangener Altstadt- und Museumsvereins. Dank ihres Engagements gibt es seit mehreren Jahren eine Gruppe des Vereins, die mit historischen Kostümen den Kinderfestumzug bereichert. Auch die Teilnahme des Vereins an der Kulturnacht mit Programmen und Angeboten wird maßgeblich durch sie betreut.

Kleine Theaterstücke zur Wangener Geschichte, sowie Musikdarbietungen und Kulinarisches aus dem Mittelalter haben das Kulturnachtpublikum immer besonders angezogen. In die Zeit ihrer Vorstandschaft fallen viele weitere von ihr initiierte Projekte.

Seit 2013 ist Leist bei der Stadt Wangen geringfügig beschäftigt. Das außergewöhnliches und vorbildliches Engagement von Leist rund um Brauchtum und Heimatpflege geht jedoch weit darüber hinaus, was im Rahmen eines solchen Arbeitsverhältnisses zu bewerkstelligen wäre. Ihr Einsatz trägt maßgeblich dazu bei, den Menschen Geschichte und Brauchtum näher zu bringen, ohne dabei die Gegenwart und die Zukunft aus dem Blick zu verlieren.