Leitlinien für die Beleuchtung der Altstadt Memmingen

29.1.2020 Memmingen. Seit vergangenem Frühjahr arbeitet das Wuppertaler Büro lichtIraumIstadt planung GmbH an einem Lichtmasterplan für die Memminger Innenstadt. Fassaden- und Schaufensterbeleuchtungen sowie Leuchten und Lichter im Straßenraum, auf öffentlichen Plätzen und im Stadtgraben wurden analysiert.

Bürgerinnen und Bürger erhielten Infos zu Beleuchtungsmöglichkeiten und wurden um ihre Meinung gefragt. Im April gab es einen Impulsvortrag mit anschließendem Nachspaziergang. Im Oktober fanden eine große Bürgerwerkstatt und das „Memminger Altstadt Leuchten“ statt, ein Abend mit durchgehendem Angebot an Führungen zu temporären Lichtinstallationen etwa am Stadtbach, am Ulmer Tor oder an der Historischen Stadtmauer.

Geschäftsführer Uwe Knappschneider von lichtIraumIstadt planung informierte nun die Stadträtinnen und Stadträte in der Plenumssitzung vom 28. Januar über den aktuell erarbeiteten Rahmenplan zur zukünftigen Beleuchtung in der Innenstadt. Er differenziert dabei drei Lichtarten im öffentlichen Raum: funktionales Licht der Straßenbeleuchtung, Akzentlicht, um Fassaden oder Türme auszuleuchten und Werbelicht in Schaufenstern oder auf Werbebannern.

Für die drei Lichtarten sollen konkrete Leitlinien gelten. Beurteilungsgrundlagen für die künftig einzusetzenden Leuchten sind Straßenkategorien und Beleuchtungsniveaus, Lichtpunkthöhen, Leuchtenfamilien und ortsbildprägende Architekturen mit Stadtbach und Stadtmauer.

Bei Funktionalbeleuchtung soll beispielsweise durch eine Umrüstung auf LED die Energieeffizienz gesteigert und die Wirtschaftlichkeit optimiert werden. Wichtig sei auch eine Verbesserung der Lichttechnik. Leuchten dürfen nicht blenden und in Parks kann die Beleuchtung automatisiert werden, sodass die Lichtleistung auf Bewegung hochfährt. Es muss nicht hell bleiben, wenn niemand unterwegs ist. Zudem soll je nach Stadtraum und Straßenkategorie ein klar definierter Leuchtenkatalog erstellt werden.

Ziel von Akzentbeleuchtung sei es, ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen, das dem Charakter des Ortes und der Architektur gerecht wird, erklärte Knappschneider. Die Beleuchtung soll Emotionen ansprechen, Sicherheit und Atmosphäre vermitteln.

Bei Schaufenstern könne man bei einer immissionsarmen Beleuchtung durch Akzentuierung, Tiefenwirkung oder den Einsatz von flexiblen Lichtlösungen die Ware geschickt in Szene setzen. Es sollten Regelungen für den Einzelhandel bei der Beleuchtung erarbeitet werden, um Einkaufsstraßen nachts attraktiver wirken zu lassen, wie zum Beispiel gleiche Ein- und Ausschaltzeiten der Schaufenster.

Als nächster Schritt wird nun ein Maßnahmenkonzept entwickelt, und die Kosten werden errechnet. Beides wird dem Stadtrat im Mai vorgestellt. Im Juni ist eine nächste Infoveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger geplant.