Maßnahmen im Hochmoor bei Irsengund in der Gemeinde Oberreute

28.10.2013 Lindau (Bodensee). Hochmoore sind in unserer heimischen Landschaft selten geworden. Allzu viele Moore wurden mit dem Ziel sie in irgendeiner Form nutzbar zu machen, zumindest entwässert.

Oft hat man auch Torf zur Gewinnung von Brennmaterial gestochen. All diese Eingriffe sind heute immer noch wirksam und die Hochmoore verändern ihr Angesicht zusehends: sie trocknen aus und bewalden sich langsam.

Viele spezialisierte Arten wie Moosbeere oder Rosmarinheide kommen mit diesen Veränderungen nicht zurecht und drohen langfristig zu verschwinden. Aber nicht nur den Bewohnern der Hochmoore schadet dies auf Dauer, sondern auch unserem Klima. Durch Entwässerung sinkt der mooreigene Wasserspiegel und es gelangt Sauerstoff in den Moorboden, der sich damit nach und nach zersetzt.

Dabei werden Kohlendioxid und andere Gase frei gesetzt, die unserem Klima schaden. Um all dem entgegen zu wirken, müssen diese Prozesse aufgehalten und bestenfalls umgekehrt werden. Um dies zu erreichen, muss man die Entwässerung des Moores stoppen.

In einem rund 7 ha großen Hochmoor östlich von Irsengund in der Gemeinde Oberreute wurden bereits vor 3 Jahren gezielt Gehölze entfernt. Diese Maßnahme wurde von der Naturschutzbehörde des Landkreises Lindau organisiert. Dann wurde eine Fachplanung beauftragt, die aufzeigt, wie das teilweise abgetorfte Hochmoor entwässert wird und wie man diese Entwässerung stoppen kann.

Auf Grundlage dieser Planung wurden nun über den Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. Dämme und Wälle aus Torf an mehreren Stellen im Moor gebaut. Durch diese Torfbauten hält sich das Regenwasser länger im Moor. Der moortypische Wasserspiegel wird aufgebessert, die spezifischen Tiere und Pflanzen werden sich im Nass wieder wohler fühlen und es wird langfristig ein Beitrag zum Schutz unseres Klimas geleistet.

Für diese rund 11.000 € teure Maßnahme werden vom Freistaat Bayern im Rahmen des Klimaprogramms 2020 Fördermittel bereitgestellt. Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. trägt einen Teil der Kosten.