Müllgebühren werden im Unterallgäu angepasst

4.10.20196 Landkreis Unterallgäu. Jahrelang hatte das Unterallgäu auch im bayernweiten Vergleich besonders niedrige Müllgebühren. Ziel war es dabei auch, eine vorhandene Rücklage abzuschmelzen.

Jetzt hat sich der Abfallmarkt laut Edgar Putz, Leiter der Abfallwirtschaft des Landkreises, allerdings derart ungünstig entwickelt, dass die Rücklage rapide aufgebraucht wird und die Gebühren ab kommendem Jahr wieder auf das Niveau von 2007 angehoben werden müssen.

„Eine Anpassung der Gebühren ist nun unausweichlich“, sagte Putz im Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags. Der Ausschuss empfahl dem Kreistag, die neue Abfallgebührensatzung zu beschließen.

„Wir befinden uns in einer prekären Situation“, betonte Putz. Während die Erlöse aus dem Verkauf von Schrott und Altpapier sinken, habe die Abfallwirtschaft mit massiv steigenden Entsorgungskosten beim Bioabfall und Grüngut sowie beim Altholz zu kämpfen. Die Kosten für die Entsorgung von Wertstoffen könnten nicht mehr durch die Erlöse aus deren Vermarktung gedeckt werden. Grund für die sinkenden Schrottpreise sei die sich abschwächende Konjunktur.

Beim Altpapier „drücken deutliche Überkapazitäten auf dem europäischen Altpapiermarkt auf die Erlössituation“, so der Abfall-Experte. Beim Biomüll und Grüngut spiele die Verschärfung der Düngemittelverordnung eine Rolle, beim Altholz die auslaufende Förderung von Biomassekraftwerken nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz.

Da die Abfallwirtschaft gemäß dem Kommunalabgabengesetz kostendeckend arbeiten müsse, bleibe nichts anderes übrig, als die Gebühren anzuheben, erklärte Putz. Die neuen Gebühren seien scharf kalkuliert worden und „das unabdingbare Maß“. Es gebe keinen Spielraum nach unten. Die ungünstige Marktentwicklung trifft alle Gebietskörperschaften in gleicher Weise.

Ein Haushalt mit bis zu sechs Personen bezahlte bisher für eine 60-Liter-Restmülltonne und eine 60-Liter-Biotonne 96 Euro im Jahr. Werden die Gebühren angepasst, steigt der Betrag auf 135 Euro jährlich. Damit würde das Unterallgäu laut Putz aber immer noch unter dem bayernweiten Durchschnitt von 165 Euro liegen. Der Preis für die Entsorgung von Altfenstern mit Glas an der Umladestation in Breitenbrunn soll von 158 Euro auf 210 Euro pro Tonne steigen.