Museumsnetzwerk Allgäu

Allgäuer Museumsmacherinnen gründen das Museumsnetzwerk Allgäu

31.10.2018 Kaufbeuren. Die Allgäuer Museumslandschaft ist längst kein Geheimtipp mehr, aber nun intensivieren die Museen ihre Zusammenarbeit. Museumsmacherinnen aus dem ganzen Allgäu trafen sich am 9. Oktober im Bergbauernmuseum in Diepolz und gründeten das Museumsnetzwerk Allgäu. Sie kommen aus sechs Landkreisen, zwei Regierungsbezirken und zwei Bundesländern und haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsame Projekte umzusetzen.

Seit drei Jahren treffen sich Leiterinnen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen verschiedener Allgäuer Museen bereits in loser Folge und tauschen sich über ihre Arbeit aus. Dabei entstand die Idee zu einem Netzwerk. „Unser Ziel ist eine bessere interne Vernetzung, der wissenschaftliche Austausch und das Sichtbarmachen unserer Vielfalt nach außen“, sagt Angelika Schreiber, Leiterin des Deutschen Hutmuseums.

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Große Bandbreite der Aufgaben

Neben konzeptionellen und wissenschaftlichen Aufgaben gibt es eine große Bandbreite an Themen, die alle Häuser betreffen. Museumsarbeit bedeutet neben der Planung und Organisation von Sonderausstellungen und dem Umgang mit der Museumssammlung eben auch, Versicherungsfragen zu klären, Bauprojekte zu steuern, Marketing- und Pressemaßnahmen zu entwickeln und oftmals mit schmalen Budgets zu haushalten. Die Gastgeberin Catrin Weh vom Bergbauermuseum in Diepolz verweist auf den Mehrwert des Allgäuer Museumsnetzwerks: „Hier können wir von unseren gemeinsamen Erfahrungen profitieren und sinnvolle Synergien schaffen.“

Wahrnehmung musealen Reichtums

Das Allgäu hat kulturell viel zu bieten und das spiegeln die unterschiedlichen Häuser wieder. Neben den Stadtmuseen Kaufbeuren, Lindau und Isny, dem Heimathaus Sonthofen und den Kemptner Museen, sind die Spezialmuseen Südseesammlung & Heimat-Museum Obergünzburg, das Isergebirgs-Museum Neugablonz, das Deutsche Hutmuseum Lindenberg, das Museum Hofmühle Immenstadt und das Allgäuer Bergbauernmuseum Immenstadt-Diepolz vertreten.

Durch die Vernetzung werden regionenübergreifende Projekte umsetzbar und ein Perspektivenwechsel möglich. Als nächste Schritte sind ein gemeinsamer Flyer und Internetauftritt geplant. Die vernetzten Museen sind alle professionell geführt und werden von ca. 200.000 Menschen besucht, obwohl sich einige Häuser im Umbau befinden oder derzeit geschlossen sind. Erste Ideen zu inhaltlichen Verknüpfung bestehen bereits.

Das nächste Treffen findet im Frühjahr im Isny statt. Museumsleiterin Ute Seibold freut sich bereits darauf: „Der kritische Blick von Kolleginnen schärft das eigene Auge für positive Beispiele, aber auch für anstehende Herausforderungen.“