Naturschutzwächter auf Entdeckertour im Unterallgäu

12.8.2020 Landkreis Unterallgäu. Wer mit offenen Augen durch die Natur im Unterallgäu geht, kann so einiges entdecken:

Zum Beispiel eine fleischfressende Pflanze, den Wasserschlauch, oder den Riedteufel, einen seltenen Schmetterling.

Als die Naturschutzwächter bei ihrem jährlichen Treffen mit Vertretern der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu solche Entdeckungen im Hundsmoor machten, ging ihnen das Herz auf. Denn in ihrem Alltag als ehrenamtliche Helfer der unteren Naturschutzbehörde stoßen sie auch häufig auf weniger schöne Dinge, wie Müllablagerungen in der Natur oder unerlaubte Heckenrodungen.

Das Unterallgäu ist in sechs Gebiete unterteilt und für jedes Gebiet ist ein Naturschutzwächter zuständig. Das jährliche Treffen findet immer in einem anderen Gebiet statt. Diesmal führte zunächst Naturschutzwächter Helmut Scharpf durch den Biotopverbund Westliche Günz. Scharpf erläuterte, wie sich das Gebiet entwickelt hat:

Mit Eröffnung der Eisenbahnlinie 1900 begann der Mensch hier, die Landschaft zu verändern. 1994 startete dann das Projekt „Biotopverbund Westliche Günz“. Ziel ist es, der Natur wieder mehr Raum zu geben. Scharpf berichtete, derzeit machten Neophyten wie das Wasser-Greiskraut, das Indisches Springkraut und der Riesenbärenklau Probleme. Diese Pflanzen verdrängten heimische Arten.

Weiter führte die Exkursion ins Hundsmoor, wo Dr. Michael Schneider und Steffi Gansbühler vom Landschaftspflegeverband das Biodiversitätsprojekt „Arche Noah Unterallgäu“ vorstellten. Es widmet sich dem Schutz 14 gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, auf der Liste stehen zum Beispiel Kammmolch, kriechender Sellerie und Vogel-Azurjungfer.

Besprochen wurden bei dem Treffen auch aktuelle Themen: Zum Beispiel ging es um die manchmal ausufernden Partys am Attenhauser Weiher. Die Naturschutzwacht will hier zusammen mit Gemeinde und Fischereivereinen tätig werden.