Pilze sammeln nur zum eigenen Bedarf

4.9.2019 Landkreis Ostallgäu. Die Untere Naturschutzbehörde bittet alle Pilzfreunde, beim Sammeln mit Augenmaß vorzugehen und bedrohte Arten stehenzulassen.

Die Pilzsaison hat begonnen. Auf der Suche nach schmackhaften Exemplaren ziehen wieder viele Menschen in die Wälder.

Auf was Pilzfreunde beim Sammeln achten sollten, darauf weist die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Ostallgäu hin.

Pilze erfüllen wichtige Funktionen in einem Ökosystem wie dem Wald. Sie zersetzen totes organisches Material wie Holz, Laub oder Nadelstreu und halten so den Nährstoffkreislauf in Gang. Um den Pilzbestand in unseren Wäldern zu schützen, bittet das Landratsamt alle Pilzfreunde, nur die erlaubten geringen Mengen zum eigenen Bedarf zu sammeln.

Im Falle besonders geschützter Arten, dazu gehören zum Beispiel der Schafporling oder der Echte Königsröhrling, ist eine Entnahme sogar verboten. Viele Arten sind durch die Beeinträchtigung ihres Lebensraums stark bedroht.

Gewerbliche Vermarktung vorher genehmigen lassen

Wer Pilze aus gewerblichen Gründen sammeln will, benötigt dazu eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde.

Das beinhaltet alle Arten des Verkaufs, zum Beispiel am Marktstand oder an die Gastronomie, oder der Veräußerung gegen einen geldwerten Vorteil.

Generell gilt: Wer zu viel erntet, riskiert ein Bußgeld. Das betrifft auch diejenigen, die Pilze als Geschenk für Freunde sammeln oder einen Jahresvorrat anlegen möchten.

Nur sehr eingeschränkt beziehungsweise gar nicht erlaubt ist das Sammeln von Pilzen auf Flächen, für die ein Betretungsverbot gilt, sowie in Naturschutzgebieten. Genaueres regelt die jeweilige Schutzgebietsverordnung.

Die gleichen Regeln gelten übrigens auch für das Sammeln von Beeren, Nüssen und Pflanzen. Erlaubt ist nur das Sammeln für den Eigenbedarf. Wer gewerbsmäßig Marmelade aus wildwachsenden Beeren kocht oder die Früchte auf dem Markt verkauft, braucht eine Genehmigung.

Riesenschirmpilz
Riesenschirmpilz