Rudolf Schnug, langjähriger Leiter des Garten- und Friedhofsamts Memmingen, in Ruhestand verabschiedet

29.6.2020 Memmingen. „Ich danke Ihnen im Namen der Stadt Memmingen für Ihr großartiges Engagement in den vergangenen fast 37 Jahren. Sie haben den Landschaftsbau in Memmingen geprägt, und die Projekte, die Ihre Handschrift tragen, sind vielfältig“, verabschiedete Oberbürgermeister Manfred Schilder den langjährigen Leiter des städtischen Garten- und Friedhofsamts und Naturschutzbeauftragten der Stadt Memmingen, Rudolf Schnug, in den Ruhestand.

Seit 1985 hatte Schnug die Amtsleitung inne und prägte große Projekte wie die Landesgartenschau im Jahr 2000. In Michael Koch aus Babenhausen, Diplomingenieur der Landschaftsarchitektur und -planung, begrüßte OB Schilder den Nachfolger in der Leitung des Garten- und Friedhofsamts.

Als Rudolf Schnug 1983 im Gartenamt anfing, musste zunächst eine neue Gärtnerei gebaut werden mitsamt Gewächshäusern. Ein geeigneter Standort wurde am Waldfriedhof gefunden.

Die Aufgaben und Tätigkeitsfelder des Diplomingenieurs für Landespflege, Grünplanung, Naturschutz und Landschaftsbau waren vielfältig: die Erweiterung des Amendinger Friedhofs, der Neubau des Steinheimer Friedhofs, die Anlage zahlreicher Spielplätze und umfangreiche Landschaftsplanungen neuer Wohngebiete oder auch im Rahmen der Sozialen Stadt.

Die Stadtgärtnerei ist für den Gewässerunterhalt von 40 Bach-Kilometern im Stadtgebiet und für Planung und Pflege aller öffentlichen Grünflächen zuständig – bis auf den Stadtwald und das Stadion.

„Ein großer Erfolg für die Stadt Memmingen und auch für Rudolf Schnug persönlich war die Landesgartenschau im Jahr 2000“, würdigte OB Schilder in seiner Laudatio. Schnug war Prokurist in der Geschäftsführung der Landesgartenschau GmbH. Von der Bewerbung über Planung und Landschaftsbau bis zum Rückbau war Schnug viele Jahre intensiv mit der LGS betraut.

Der Gartenamtsleiter war auch derjenige, der spontan einen Antrag erarbeitete, das Benninger Ried zu einem Naturschutz-Großprojekt zu machen und in das Leader-Programm der Europäischen Union aufzunehmen.

An einem Donnerstagvormittag Mitte der 1990er Jahre kam ein Anruf vom Landesamt für Umwelt, erinnerte sich Schnug: Gute Nachricht: Die Region kann sich bewerben für ein LEADER-Projekt der EU; schlechte Nachricht: die Bewerbung muss am Montag fertig sein.

Große Flächen des Benninger Rieds liegen auf städtischem Grund. So legten Rudolf Schnug und ein Kollege der Stadtplanung sofort los, zeichneten rund um die Uhr Pläne, schrieben den Antrag, schickten ihn nach Brüssel, und das Benninger Ried bekam den Zuschlag.

„Das Garten- und Friedhofsamt ist ein sehr leistungsfähiges und kreatives Amt“, lobte der Oberbürgermeister. Fachkräfte für alle Tätigkeitsbereiche arbeiten im Amt als Team zusammen, was nicht mehr in allen Kommunen der Fall sei. Häufig würden Tätigkeiten vergeben, und so bleibe wichtige Fachkenntnis manchmal auf der Strecke.

In seinem Ruhestand möchte sich Rudolf Schnug verstärkt seinem Hobby widmen, der Imkerei. Er hat sieben Bienenstöcke.

Oberbürgermeister Schilder führte Michael Koch, den neuen Leiter des Memminger Garten- und Friedhofsamts, ins Amt ein.

„Herzlich willkommen bei der Stadt Memmingen und alles Gute für Ihre Arbeit“, wünschte der OB. Nach dem Abitur in Krumbach machte Koch in Memmingen eine Ausbildung als Landschaftsgärtner und schloss ein Studium der Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung an der TU München/ Weihenstephan an. Der 43-jährige Diplomingenieur arbeitete seit 2001 selbständig im Garten- und Landschaftsbau.

Feierstunde im Rathaus (v.l.): Michael Koch, neuer Leiter des Garten- und Friedhofsamts, Rudolf Schnug, seit 1985 Leiter des Garten- und Friedhofsamts, der in den Ruhestand verabschiedet wurde, Oberbürgermeister Manfred Schilder und Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)