Sanierung der Kindertagesstätte Haid schreitet voran

4.9.2019 Wangen im Allgäu. Eine komplexe Baustelle beschäftigt die Stadt derzeit mit der Kindertagesstätte Haid.

Elmar Gomm, im Stadtbauamt zuständig für die Sanierung des Gebäudes spricht von einer „detailreichen Aufgabe“, die er organisiert und gemeinsam mit dem Architekten Axel Baudendistel vor Ort umsetzt. Schwerpunkte der Arbeiten sind das Dach, das erneuert und abgedichtet werden musste, sowie Arbeiten rund um den Brandschutz und die Elektrik.

Notwendig geworden war der Eingriff in den 1993 eingeweihten Bau, weil das Dach an den dort eingebauten Fenstern sowie am bisherigen Turm undicht geworden war und so ständig Wasser in den Bau eindrang. Gleich zu Beginn der Bautätigkeit im Juni wurde deshalb der Turm abgebrochen. „Er war von Beginn an kaum genutzt worden, weil sich die Hitze dort staute, sobald die Sonne darauf schien“, sagt Elmar Gomm. Weil der Baukörper an der Front fehlt, muss die Fassade in der Mitte der Südseite ergänzt werden.

Das gesamte Dach erhielt eine Metalleindeckung, die zur vorhandenen Dachneigung passt. Die großflächige Schrägverglasung wurde ausgebaut und das Dach an diesen Stellen geschlossen. Dennoch werden die Räume auch weiterhin lichtdurchflutet bleiben, denn eine neue Gaupe mit hohen Fenstern bringt viel Helligkeit.

Weil die Fenster senkrecht eingebaut wurden, können sie auch mit einem im Unterhalt einfacheren Sonnenschutzsystem versehen werden. Die jetzt geschlossenen Dachflächen erhalten auf der Unterseite eine Akustikdecke. Bauherr und Architekt versprechen sich dadurch eine deutliche Minderung des Geräuschpegels in diesem Bereich.

Auf dem Dach gut sichtbar sind so genannte Hutzen, die vom Dach Licht in die darunterliegenden Räume einfallen lassen. Sie dienen gleichzeitig dem Brandschutz, weil sie im Bedarfsfall automatisch öffnen und so Rauch abziehen kann. Die Hutzen haben eine stärkere Neigung als das Dach insgesamt. Der Grund: Schnee soll im Winter abrutschen können und so auch die Dachfenster entlasten.

Um neueren Vorschriften des Brandschutzes zu genügen, wurden nun auch Fenster an den Seiten des Kindergartens ausgetauscht. Heute würden breitere Fenster verlangt, durch die Kinder und Personal im Notfall auch leicht evakuiert werden können, sagt Gomm. Auf der Westseite des Gebäudes wird zudem eine Fluchttreppe angebaut.

Derzeit laufen noch die Umbauarbeiten im Untergeschoss, wo die U-3-Kinder üblicherweise untergebracht sind. Dort wird unter anderem eine Schleuse eingebaut, über die im Brandfall Kinder aus dem Gebäude gebracht werden können. In den Technikräumen wurde eine Brennstoffzelle eingebaut, für die es Fördermittel gab. Sie wandelt Gas in Strom um, der für die Warmwasserbereitung gebraucht wird.

Während der Bauzeit, die bis in den Herbst dauert, sind zwei Kindergartengruppen im Spital untergebracht, zwei Gruppen in der Anton-von-Gegenbaur-Schule, während die U3-Kinder ihre Räume weiter nutzen können. „Das war auch der Grund, weswegen wir diesen Bau unbedingt in diesem Sommer sanieren wollten, denn die Ausweichquartiere fallen in absehbarer Zeit weg“, sagt Elmar Gomm.