Tauchen im Klärschlamm – Bestandsaufnahme im Faulturm in Ried

13.1.2019 Wangen im Allgäu. In den beiden Faultürmen der Kläranlage des Wasser- und Abwasserverbands (WAV) verfault Klärschlamm. Dabei entsteht Methangas, aus dem im Blockheizkraftwerk Strom und Wärme produziert wird.

Die Faultürme sind rund um die Uhr das ganze Jahr in Betrieb. Einer der Faultürme wurde vor zwölf Jahren geleert und überprüft, der andere ist seit 25 Jahren ununterbrochen im Dienst.

„Wir haben festgestellt, dass es in den Türmen Sandablagerungen gibt“, erklärt Ulrich Schneider, der Betriebsleiter der Kläranlage. „Zudem gibt es Verzopfungen aus Textilfasern und Haaren. Wie stark diese sind, wusste aber keiner zu sagen. Also wurde ein Spezialtauchertrupp aus Hamburg angefordert. Diese Männer tauchen tatsächlich im stockdunklen Klärschlamm – ein harter und gefährlicher Job.

Die Faultürme der Isnyer Kläranlage sind eingehaust, deshalb war Zwangsbelüftung unabdingbar. Methangas ist hoch entzündlich und explosiv. „Die Arbeitssicherheit steht für uns bei so einer Aktion im Vordergrund“, betont Schneider.

13 Meter sind die Faultürme tief, sie fassen 1.300 Kubikmeter. Der Taucher trägt feine Handschuhe und tastet die gesamten Wandflächen und Leitungen eines Turmes ab. Das erfolgt nach einem festgelegten Verfahren. Über Sprechfunk gibt er die Befunde an die Spezialisten in seiner Firma weiter. Von dort erhält der WAV am Ende die Bestandsaufnahme.

In der Isnyer Kläranlage waren zwei Tage angesetzt, aber die Arbeit ging flotter vonstatten als gedacht. Schneider und sein Klärwerksteam hatten die Sache gut vorbereitet. Pro Tauchvorgang benötigte der Taucher etwa 45 Minuten, beide Türme konnten am selben Tag geprüft werden. „Es ist gut, dass wir das jetzt gemacht haben“, stellt Schneider am Ende zufrieden fest.