Temporäre Lichtinstallationen begeistern Bürger in Memmingen

21.10.2019 Memmingen. Die Erstellung eines sogenannten Lichtmasterplans für die Memminger Altstadt ist seit Monaten im Gange. Mit temporären Lichtinstallationen sollte nun beim Memminger Altstadt Leuchten ein mögliches Bild der nächtlichen Stadtsilhouette aufgezeigt werden. Oberbürgermeister Manfred Schilder dankte den Teams von licht.raum.stadt planung aus Wuppertal und des Stadtplanungsamts sowie der LEW für die insgesamt neun Stationen, die den Memmingerinnen und Memmingern einen ersten Eindruck für neue Beleuchtungsmöglichkeiten vermitteln sollten.

Bereits im April dieses Jahres fand im Rahmen der Analyse ein Impulsvortrag im Rathaus mit anschließendem Nachtspaziergang durch die Memminger Altstadt statt. Hierzu waren alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, um Defizite und Qualitäten zu erfahren. Anfang Oktober gab es eine Bürgerwerkstatt, die sich auch mit dem Thema Lichtmasterplan befasste. Mit dem Lichtevent sollten nun Beleuchtungsmöglichkeiten präsentiert werden.

Oberbürgermeister Manfred Schilder (Mitte) begrüßte die zahlreichen Interessierten auf dem Marktplatz vor dem Rathaus zum Memminger Altstadt Leuchten. (Foto: V. Weyrauch/ Pressestelle Stadt Memmingen)

Bei drei geführten Rundgängen durch die nördliche Altstadt konnten die Bürgerinnen und Bürger mit den Planern und dem Stadtplanungsamt ins Gespräch kommen und sich über verschiedene Gestaltungsoption informieren. Los ging es mit einer zusätzlich installierten Beleuchtung am Stadtbach, die wegen des hohen Diskussionsbedarfs des Themas bei der Bürgerwerkstatt am 09. Oktober 2019 noch spontan unter der Tropfkante am Bachabschnitt am Marktplatz vor dem Steuerhaus installiert wurde. Auch beim Rundgang wurde das Thema kontrovers diskutiert, da Befürworter darin eine Aufwertung des Baches sehen, Kritiker das Wohl der Fische, die sich im Lichtschein sammeln und nachts nicht zur Ruhe kommen, im Blick haben.

Zweite Station war die Ulmer Straße. Hier war eine Ecke des Grimmelhauses und das Ulmer Tor selber beleuchtet, sodass mehr Struktur und Orientierungsmöglichkeit in die Straße gebracht wurde. Weiter ging es zum Bettelturm, der ebenso wie der Torbogen in der Stadtmauer mit einer Lichtinstallation in Szene gesetzt war. Von hier wurde auch die Stadtmauer Am Luginsland und der Einlass durch Lichter erhellt. Den Abschluss des Rundgangs bildeten die Beleuchtungsmöglichkeiten an der Stadtmauer im Zollergraben und des Stadtbaches beim Mewo Haus.

Die Resonanz der zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger war durchwegs positiv. Viele waren von den Lichtinstallationen begeistert und sind überzeugt, dass die Memminger Altstadt so sehr schön in Szene gesetzt wird. Ihre Meinung konnten die Anwesenden aber nicht nur direkt den Planern mitteilen, sondern auch mittels eines Fragebogens zu den einzelnen Stationen kundtun. Auf der Website www.memmingen.e-pin.eu gibt es auch die Möglichkeit, sich online am Lichtmasterplan zu beteiligen.

Mit dem neuen Lichtmasterplan sollen dunkle Ecke für mehr Sicherheit besser beleuchtet werden. Neben dem Aspekt der Sicherheit spielen aber auch Ökologie und Ökonomie im neuen Konzept eine wichtige Rolle. So sollen unnötige Lichtquellen eliminiert und alte Leuchtmittel durch sparsamere ersetzt werden.

Auch dem Gedanken des Schutzes der Artenvielfalt soll durch die Verwendung von warmweißen Licht und kürzeren Beleuchtungszeiten bis 23 Uhr Genüge getan werden.

Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger werden nun durch das Planerteam ausgewertet. Bis Mai 2020 sollen einzelne Maßnahmen geplant und vom Stadtrat beschlossen werden, sodass die konkreten Umsetzungen ab Sommer 2020 begonnen werden können.

(Fotos V. Weyrauch/ Pressestelle Stadt Memmingen)