Thomas Garmatsch erhält den Kaufbeurer Kunst- und Kulturpreis 2019

8.4.2019 Kaufbeuren. Den Kunst– und Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren im Jahr 2019 erhält der Leiter der Kulturwerkstatt Kaufbeuren Thomas Garmatsch in Form des Hermine-Körner-Preises für Darstellende Kunst. Diesen Beschluss fasste der Stadtrat in seiner Sitzung vom 26. März 2019.

Der Stadtrat würdigt damit insbesondere das langjährige und kontinuierliche Wirken, durch welches mit großem Engagement und viel Leidenschaft die Kulturwerkstatt Kaufbeuren als theaterpädagogische Einrichtung mit stabilen Strukturen etabliert und weiterentwickelt wurde.

Thomas Garmatsch hat die Kulturwerkstatt nicht nur künstlerisch unverwechselbar geprägt und sie fest mit seiner Heimatstadt verbunden. Vielmehr arbeitet er unermüdlich an ihrer pädagogischen Weiterentwicklung, ihrer zeitgemäßen gesellschaftlichen Verwurzelung und ihrer damit überregional außergewöhnlichen Qualität.

Der Preisträger

Thomas Garmatsch leitet die Kulturwerkstatt seit ihrer Gründung vor mehr als 30 Jahren als theaterpädagogische Einrichtung des Stadtjugendrings Kaufbeuren.

Über 180 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 -22 Jahren besuchen die wöchentlichen Gruppenangebote des Hauses. Dazu gehören die Grundformen szenischer Darstellung und die Regeln gemeinsamen Arbeitens ebenso wie die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Die Kulturwerkstatt ist eine feste Größe im Kaufbeurer Kulturleben und fungiert bei vielen städtischen und schulischen Projekten als Ideengeber und Kooperationspartner. Die Kinder und Jugendlichen gestalten eine eigene Spielzeit unter professioneller Anleitung in einem technisch betreuten eigenen Theatergebäude mit 170 Sitzplätzen. Darüber hinaus verfügt die Kulturwerkstatt über eine zusätzliche Spielstätte für Studioproduktionen und einen „Geschichtenladen“ in der Nähe des Stadtmuseums.

Unterstützt wird die Einrichtung durch die Antonie-Zauner-Stiftung sowie zahlreichen Partnern und Sponsoren. Ein eigens gegründeter Förderverein ergänzt das tragfähige Konzept der Einrichtung.

Der Kaufbeurer Kunst- und Kulturpreis

Zur Wahl des Kulturpreisträgers 2019 konnten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kaufbeuren Vorschläge gemäß den Richtlinien einreichen. Während der Vorschlagsfrist im Januar gingen 45 gültige Einsendungen für insgesamt 22 Kandidatinnen und Kandidaten ein.

Der 1979 ausgelobte Kunst- und Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren kann in sechs Sparten vergeben werden und ist mit 2.000 € dotiert. Bisher wurden der Jörg-Lederer-Preis für Bildende Kunst und Heimatpflege zehn Mal, der Peter-Dörfler-Preis für Literatur sowie der Ludwig-Hahn-Preis für Musik und der Jugendkulturpreis neun Mal, der Victorin-Strigel-Preis einmal sowie der Hermine-Körner-Preis für Darstellende Kunst nunmehr dreimal verliehen.

Die Namensgeberin Hermine Körner

Hermine Körner, geborene Stader, kam am 30. Mai 1878 in Berlin zur Welt. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn 1895 am Kaufbeurer Stadttheater, wo sie auch ihren späteren Ehemann, den österreichischen Komiker Ferry Körner, kennenlernte. Sie war u.a. am Burgtheater in Wien und am Deutschen Theater in Berlin sowie als Filmschauspielerin in Wolfgang Schleifs Zarah-Leander-Film „Der blaue Nachtfalter“ (1959) zu sehen.

Am Staatstheater Berlin wurde ihr unter Gustaf Gründgens der Titel „Staatsschauspielerin“ verliehen. 1951 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Berlin und 1956 den Düsseldorfer „Louise-Dumont-Goldtopas“. Sie selbst stiftete den „Hermine-Körner-Ring“, den heute die Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste in Berlin vergibt. Die Deutsche Bundespost widmete Hermine Körner, die am 14. Dezember 1960 in Berlin verstarb, eine Sonderbriefmarke im Jahre 1976.