30.9.2019 – Unfall in München

1.10.2019 München. Am Montag, 30.9.2019, gegen 15:55 Uhr, befuhr ein 51-jähriger Kraftfahrer aus der Slowakei mit seinem Sattelzug den Bahnhofsplatz Richtung Schillerstraße. An der Kreuzung zur Bayerstraße wollte er nach rechts abbiegen. Er benutzte dabei den ersten von zwei möglichen Fahrstreifen.

Eine 32-jährige Radfahrerin aus München fuhr mit ihrem Fahrrad in gleicher Richtung. Kurz vor der Kreuzung zur Bayerstraße überholte sie den stehenden Sattelzug rechts. Im Anschluss hielt sie mit dem Fahrrad direkt vor der Front des Lkw und wollte dort warten, bis die Ampel auf Grünlicht schaltete.

Der Moment in dem die Radfahrerin einen Fuß auf den Boden setzte, nutzte der Kraftfahrer für sich, um mit seinem Sattelzug anzufahren, da zu diesem Zeitpunkt die Ampel auf Grün schaltete. Der Lkw stieß mit der Front gegen die linke Seite des leicht schräg stehenden Fahrrades und schob dieses gemeinsam mit der 32-Jährigen vor sich her bis diese das Gleichgewicht verlor und auf die Fahrbahn stürzte.

Die Radfahrerin wurde mit samt ihrem Fahrrad unter den Lkw gezogen, von der Vorderachse des Sattelzuges überrollt und eingeklemmt. Sie wurde lebensgefährlich verletzt und unter laufender Reanimation in ein Klinikum gebracht. Ihr Zustand ist nach wie vor äußerst kritisch.

Unbeteiligte Zeugen, die den Unfall beobachteten, mussten durch das Kriseninterventionsteam betreut werden.

Die Erstellung eines unfallanalytischen Gutachtens wurde angeordnet.

Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit dem Unfallkommando, Tegernseer Landstraße 210, 81549 München, Tel.: 089/6216-3322, in Verbindung zu setzen.

Präventionshinweis der Münchner Verkehrspolizei:

Der gestrige Verkehrsunfall, bei dem ein 32-jährige Radfahrerin von einem nach rechts abbiegenden Lkw überrollt und schwerst verletzt wurde, führt die Unfallgefahr
des „Toten Winkels“ drastisch vor Augen.

Nahezu jeder 8. Verkehrsunfall mit Radfahrern passierte, weil ein Pkw- oder Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen den in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer übersah.

Bei dem gestrigen Unfall fuhr die Radfahrerin an dem an der roten Ampel wartenden Sattelzug rechts vorbei und stellte sich unmittelbar vor dem Führerhaus auf. Dort konnte sie vom Lkw-Fahrer aufgrund des „Toten Winkel“ nicht wahrgenommen werden. Als die Ampel auf Grünlicht umschaltete fuhr der Lkw-Fahrer an und überrollte die Radfahrerin.

Die Münchner Polizei appelliert nochmals eindringlich an die Radfahrer und Kraftfahrzeugführer im Zusammenhang mit der Unfallgefahr „Toter Winkel“

• Blickkontakt mit dem Fahrer suchen
• Keinesfalls in die Lücke rechts neben einem Lkw fahren
• Als Lkw-/Bus-Fahrer bei einer roten Ampel etwa 3 Meter vor der Haltelinie anhalten
• Als Lkw-/Bus-Fahrer beim Warten an der Ampel den rückwärtigen Verkehr beobachten
• Einbau und Verwendung von technischen Abbiege-Assistenten in Kraftfahrzeugen“

Symbolfoto: Bayerische Polizei