1.9.2022 – Betrügerische SMS im Umlauf – Warnhinweis des Polizeipräsidiums Niederbayern

1.9.2022 Niederbayern. Aktuell sind vermehrt SMS im Umlauf, mit denen Bankdaten, überwiegend von Sparkassenkunden ausgespäht werden sollen. Das Polizeipräsidium Niederbayern warnt dringend davor, den Anweisungen in der Nachricht zu folgen.

Bei der Kriminalpolizeiinspektion Passau häufen sich derzeit die Meldungen über betrügerische Kurznachrichten (SMS) mit denen Bankdaten ausgespäht werden sollen. Auffallend dabei ist, dass die SMS überwiegend an Wochenenden verschickt werden. In einem aktuellen Fall folgte ein 27-jähriger Mann aus dem östlichen Landkreis Passau dem angegeben Link und den Anweisungen.

Er erhielt einige Tage später einen Anruf, in dem er von einem vermeintlichen Bankmitarbeiter über eine hohe Überweisung informiert wurde. Zur Stornierung der Überweisung solle er die Push Tan übermitteln.

In der Folge erlangten die Unbekannten Zugriff auf sein Konto und konnten so mehrere 10.000 Euro auf ein sog. Kryptowährungskonto transferieren.

Begriff „Phishing“ – gehen Sie Betrügern nicht ins Netz

Durch gefälschte E-Mails oder SMS, auf dem Postweg oder am Telefon versuchen Internetbetrüger an PIN oder TAN und Passwörter zu kommen. Aber jeder kann sich vor Phishing schützen.

Kriminelle versuchen Schutzmechanismen der Kreditinstitute und Bezahldienste zu umgehen

Mittlerweile erledigen 70 Prozent der Deutschen ihre Bankgeschäfte online (BITKOM). Deswegen ergreifen Kreditinstitute und Bezahldienste wie PayPal umfangreiche Sicherungsmaßnahmen, um ihre Internet-Kunden zu schützen. Diesen Schutz versuchen Internetkriminelle zu umgehen – durch sogenanntes Phishing zum Beispiel.

Die Täter versenden fingierte E-Mails, so genannte Phishing-Mails, oder treten in sozialen Netzwerken als vertrauenswürdige Person auf. Sie wollen Empfänger dazu veranlassen, persönliche Daten wie Zugangsdaten, Passwörter, Transaktionsnummern usw. preiszugeben. Internetbetrüger ködern ihre Opfer mit fingierten E-Mails und führen sie auf professionell gestaltete Internetseiten. Dort sollen sie ihre Zugangsdaten eingeben.

Phishing gibt es aber auch am Telefon. Dabei tarnen sich Betrüger als Mitarbeiter eines Kreditinstituts, eines technischen Support-Teams oder eines Callcenters und bitten die angerufene Person unter Vortäuschung von Sachverhalten um vertrauliche Daten.

Tipps zum Schutz vor Phishing

  • Vergewissern Sie sich, mit wem Sie es zu tun haben. Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser. Bei geringsten Abweichungen sollten Sie stutzig werden. Tragen Sie ständig benötigte Internet-Adressen in die Favoritenliste Ihres Browsers.
  • Klicken Sie niemals auf den angegeben Link in der übersandten E-Mail. Versuchen Sie stattdessen, die in der E-Mail angegebenen Seiten über die Startseite Ihrer Bank zu erreichen (ohne diese in die Adresszeile einzutippen).
  • Kreditinstitute fordern grundsätzlich keine vertraulichen Daten per E-Mail oder per Telefon oder per Post von Ihnen an. Wenn Sie sich unsicher sind, halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Bank. Rufen Sie ihren Kundenberater direkt an. Bankmitarbeiter werden niemals eine TAN am Telefon erfragen.
  • Übermitteln Sie keine persönlichen oder vertraulichen Daten (bspw. Passwörter oder Transaktionsnummern) per E-Mail.
  • Folgen Sie Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen, nur dann, wenn Sie die entsprechende Datei auch auf der Internet-Seite des Unternehmens finden (Starten Sie keinen Download über den direkten Link). Öffnen Sie insbesondere keine angehängten Dateien. Nutzen Sie Antivirenprogramme und Firewalls.
  • Geben Sie persönliche Daten nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Online-Banking-Anwendung Ihres Kreditinstituts an. Sollte Ihnen etwas merkwürdig vorkommen, beenden Sie die Verbindung und kontaktieren Sie Ihre Bank.
  • Beenden Sie die Online-Sitzung bei Ihrer Bank, indem Sie sich abmelden. Schließen Sie nicht lediglich das Browserfenster und wechseln Sie vor Ihrer Abmeldung nicht auf eine andere Internetseite.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kontostand sowie Ihre Kontobewegungen. So können Sie schnell reagieren, falls ungewollte Aktionen stattgefunden haben.
  • PIN und TANs sollten Sie nur dann eingeben, wenn eine gesicherte Verbindung mit Ihrem Browser hergestellt ist. Eine Sichere Verbindung erkennen Sie an dem https:// in der Adresszeile: Im Browserfenster erscheint ein kleines Icon, z. B. in Form eines Vorhängeschlosses, das den jeweiligen Sicherheitsstatus symbolisiert („geschlossen“ bzw. „geöffnet“).
  • Nutzen Sie nur die offizielle Zugangssoftware Ihrer Bank.
  • Nutzen Sie Funktastaturen nur dann für das Online-Banking, wenn diese über eine eingebaute Verschlüsselung verfügen. Dies gilt auch für die Nutzung von Wireless-LAN (WLAN).
  • Achten Sie auf einen Grundschutz Ihrer Hard- und Software. Weitere Informationen dazu finden Sie im Sicherheitskompass von Polizei und BSI.
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