11.5.2022 – Nachdem sich Angriffe auf sogenannte „Blitzer-Anhänger“ häuften, konnten jetzt drei Männer ermittelt werden

11.5.2022 Oberallgäu. Bislang war zwar kein so gravierender Anschlag wie in Nordrheinwestfalen zu verzeichnen, wo einer der gepanzerten Anhänger komplett in die Luft gesprengt wurde, jedoch steigen auch hier die Zahlen von Rohheitsdelikten an. So hatte die VPI Kempten bereits kurz nach der Anschaffung des mobilen Messgeräts im Oktober letzten Jahres einen Schaden zu vermelden.

Der Aufstellort des Anhängers wurde bereits wenige Minuten nach Platzierung an der B19 in den sozialen Medien veröffentlicht und schon in der folgenden Nacht fühlte sich ein Täter dazu berufen, ihm mit einem Baseballschläger an die Panzerung zu gehen. Dabei ging zwar der Baseballschläger zu Bruch, jedoch konnten die Schläge der Messanlage nichts anhaben, sondern hinterließen nur oberflächliche Schäden an der gepanzerten Scheibe, durch die gemessen und fotografiert wird.

Ein Foto im Internet, das einen Mann vor dem Trailer zeigt hatte keine Beweiskraft, so dass in diesem Fall die Sachbeschädigung gegen Unbekannt an die Staatsanwaltschaft gemeldet wurde. Der Anhänger wurde umgehend abgezogen, repariert und erneut an der B19 aufgestellt.

(Symbolfoto: Bayerische Polizei)

Sofort fühlte sich aber wieder jemand dazu berufen, ihn zu beschmieren. Dabei ging es nicht so sehr darum die Scheibe zu verdunkeln, sondern polizeifeindliche Schmähungen anzubringen.

Nachdem das Messgerät, das an wechselnden Stellen im Präsidialbereich zum Einsatz kommt wieder ins südliche Allgäu zurückkehrte, war er erneut Ziel von Vandalen. Im Januar bekam er auf der B12 Höhe Anschlussstelle Altdorf erneut Farbe ab, später wurde er am „Vogelwirt“ mit Farbbeuteln beschossen.

Aufgrund der Vielzahl der Sachbeschädigungen ließ die Polizei den im Bereich Seifen an der B19 aufgestellten Anhänger nicht mehr aus den Augen. Und tatsächlich konnten die Beamten der Zivilen Einsatzgruppe am vergangenen Wochenende kurz nach Einbruch der Dunkelheit verdächtige Bewegungen im Umfeld feststellen. Drei Männer näherten sich über die Freifläche auffällig unauffällig der Brücke, wo der Anhänger untergestellt war und pirschten sich immer näher heran. Während einer in einigem Abstand Schmiere stand, nahmen die beiden anderen den Anhänger ins Visier. Bevor jedoch die Farbdosen ausgepackt waren, nahmen die Beamten die Männer fest.

Während zwei trotz erdrückender Beweislage jegliche Absicht weit von sich wiesen, gestand einer, dass sie den Anhänger beschmieren wollten. Im Auto, das sie in der Nähe abgestellt hatten, wartete noch eine junge Frau um nach getaner Arbeit flüchten zu können. Auch sie räumte ein, was offensichtlich war. Die Staatsanwaltschaft sah zwar von einer Festnahme ab, jedoch wurden alle als Beschuldigte vernommen und ihre Handy sowie das Tatwerkzeug sichergestellt. Die Auswertung der Handydaten könnte zu weiteren Tatorten führen, auch die Analyse der Farbe könnte zu Übereinstimmungen mit anderen Taten führen.

Auch wenn die Schmierereien und Beschädigungen nicht an das heranreichen, was in Nordrheinwestfalen oder auch in Niederbayern, wo die Brandbeschleuniger nur einen Krater gerissen hatten, der Anhänger aber unbeschädigt blieb, heranreichen, kann nicht von einem Kavaliersdelikt gesprochen werden. Deshalb wird die Polizei bei Sachbeschädigungen an dem Gerät konsequent ermitteln und der zuständigen Staatsanwaltschaft Anzeige vorlegen.

(VPI Kempten, DG)