12.4.2013 – Fluchtversuch in Würzburg gescheitert – Gesuchter versteckt sich in Papiertonne

14.4.2013 Würzburg. Nach einem Termin beim Ermittlungsrichter hätte ein ausländischer Mitbürger in Abschiebehaft gehen müssen. Nicht erfreut über diese Entscheidung versuchte er, seinem Schicksal durch Flucht zu entrinnen. Das Unterfangen endete in einer blauen Papiertonne.

Am Freitagvormittag gegen 10:45 Uhr führte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in der Theaterstraße eine Spielhallenkontrolle durch. Bei der Überprüfung eines Gastes stellte sich heraus, dass dieser zur Abschiebung ausgeschrieben war. Der 28-jährige Tunesier wurde daraufhin verhaftet und noch am selben Tag gegen 13:30 Uhr dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Würzburg vorgeführt.

Nach Prüfung des Sachverhalts verfügte der Richter, dass der Tunesier in Abschiebehaft gehen muss. Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes sah der 28-Jährige jedoch die Gelegenheit gekommen, abzuhauen. Er rannte in Richtung Sanderstraße davon, die beiden vorführenden Polizisten hinterher. Gleichzeitig wurden weitere Polizeistreifen zur Fahndung mobilisiert. Der Polizist, der dem Flüchtenden direkt auf den Fersen war, verlor ihn erst in der Badergasse aus den Augen. Deshalb konzentrierte sich die Suche nunmehr auf das Reuerer- und Petererviertel.

Bei der Nachschau unter geparkten Autos in einem Hof der Badergasse öffnete sich plötzlich der Deckel einer blauen Papiertonne einen Spalt breit – für den Tunesier genau zum falschen Zeitpunkt. Er hatte sich in der Tonne versteckt und prüfte gerade, ob die Luft für die weitere Flucht rein sei. Die suchenden Polizisten waren fündig geworden und verhafteten den Abschiebehäftling am selben Tag zum zweiten Mal.

Bis zu seiner Einlieferung in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Aschaffenburg bekam er keine weitere Gelegenheit zur Flucht. Der Polizeibeamte, der dem Flüchtenden von der Ottostraße bis zur Badergasse ganz dicht auf den Fersen blieb, steht bereits im 56. Lebensjahr. Regelmäßiger Dienstsport macht sich nun mal bezahlt.


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