21.7.2022 – Tödlicher Bergunfall am Untersberg

22.7.2022 Oberbayern. Ein Bergsteiger (87) stürzte am Donnerstagnachmittag, 21. Juli 2022, am Untersberg etwa 40 Meter weit in fels- und schotterdurchsetztem Gelände ab und zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, dass er noch vor Ort verstarb. Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Am Nachmittag des 21. Juli 2022 befand sich ein 87-jähriger Bergsteiger gegen 14.30 Uhr auf dem Abstieg vom Salzburger Hochthron in Richtung Mittagsscharte, um von dort weiter in Richtung Stöhrhaus, Berchtesgadener Hochthron, zu wandern.

Vermutlich waren aufgrund von starkem Nebel die Felsen des alpinen Steigs feucht und rutschig, worauf der erfahrene Bergsteiger ohne Fremdbeteiligung ausrutschte und in Folge etwa 40 Meter in dem fels- und schotterdurchsetzten, steilen Gelände abstürzte.

Helfer waren sofort zur Stelle, leisteten Erste Hilfe und verständigten die Rettungsleitstelle. Diese alarmierte die Bergwachtbereitschaft Marktschellenberg, welche mit 8 Mann zur Unfallstelle ausrückte.

Aufgrund von Nebel konnte der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ die Einsatzkräfte lediglich bis auf die Höhe der Toni-Lenz-Hütte verbringen, von wo aus sie zu Fuß weiter über den Thomas-Eder-Steig zur Unfallstelle aufsteigen mussten.

Im weiteren Verlauf wurden zur Unterstützung auch die Bergwachtbereitschaft Berchtesgaden mit 10 Mann, die Bergrettung Grödig (Österreich) mit 12 Männer und Frauen und die Polizeiinspektion Berchtesgaden nachalarmiert. Der Rettungsarzt der Bergwacht Marktschellenberg konnte gegen 16:25 Uhr nur noch den Tod des Bergsteigers feststellen.

Da ein Abtransport weder mit dem Hubschrauber möglich war, noch ein Abstieg über den Thomas-Eder-Steig als möglich erschien, wurde gemeinsam entschieden, den Abtransport von der Mittagsscharte in Richtung Fürstenbrunn / Skiabfahrt zu organisieren.

Unterhalb der Nebelgrenze konnte schließlich der weitere Abtransport mittels Rettungshubschrauber „Libelle“ der österreichischen Polizei erfolgen.

Der reibungslose, jedoch kraftaufwändige Einsatz war nur aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den Bergwachten aus Marktschellenberg, Berchtesgaden und dem benachbarten Grödig möglich.

Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt jetzt ein Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden zum genauen Unfallhergang.

Anmerkung: „Untersberg“ bezeichnet den gesamten Gebirgsstock, welcher sich in Berchtesgadener und Salzburger Hochthron und weitere Gipfel aufteilt. Der Unfallort liegt auf deutschem Staatsgebiet.

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