26.7.2022 – Organisierter Callcenterbetrug; Falsche Polizeibeamte in Lochhausen

27.7.2022 München. In den Mittagsstunden des Dienstag, 26.07.2022, erhielt eine über 60-jährige mit Wohnsitz in München einen Anruf einer unbekannter Frau, welche sich als Polizeibeamtin ausgab.

Der über 60-Jährigen wurde glaubhaft gemacht, dass es in der Nachbarschaft in Lochhausen zu einem Raubüberfall gekommen sei und nun eine Frau im Koma liegen würde.

Von den vier angeblichen Tätern seien zwei festgenommen worden. Bei einem konnte eine Liste aufgefunden werden, auf der ihr Name vermerkt sei. Die weitere Gesprächsführung übernahm ein zweiter falscher Polizeibeamter, welcher sich als Einsatzleiter im Zusammenhang mit dem Raubüberfall ausgab.

Er erklärte der über 60-Jährigen, dass erste Ermittlungen ergeben hätten, dass es eine undichte Stelle bei ihrer Bank geben würde und bekannt wäre, dass sich auf ihrem Konto mehrere tausend Euro befinden würden.

(Quelle: Bayerische Polizei)

Die über 60-Jährige wurde im Anschluss gebeten, sich als Lockvogel zur Verfügung zu stellen. Diesem stimmte sie zu und holte mehrere tausend Euro von ihrer Bank ab. Das Bargeld und vorhandener Schmuck packte sie in einen Rucksack und übergab diesen in der Folge in den Abendstunden an einen unbekannten männlichen Abholer.

Die übergebenen Wertgegenstände soll sie später in der Asservatenkammer abholen. Zuvor würde sie jedoch nochmal einen Anruf erhalten.

Nachdem keine Kontaktaufnahme erfolgte, verständigte die über 60-Jährige den Notruf 110 der Polizei und der Betrug wurde bekannt.

Die weiteren Ermittlungen führt die AG Phänomene.

Der Abholer kann wie folgt beschrieben werden:

Männlich, ca. 30 – 35 Jahre alt, ca. 170 – 175 cm groß, schmale Figur, schmales Gesicht, Brille mit dunklem Gestell, Bartflaum; bekleidet mit dunkelgrauer Wollmütze, langärmligem enganliegenden olivfarbenen Sweatshirt, graue enge Jeans-Short, Turnschuhe

Zeugenaufruf:

Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich Lochhausen, Grabenfleckstraße/Am Loferfeld/Asmarstraße/Georg-Kirmair-Gasse Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, AG Phänomene, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis Ihrer Münchner Polizei:

Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden in vielen Fällen den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche oder Raubüberfälle in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass diese deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten. Des Weiteren wird oftmals über vermeintlich unlautere Bankmitarbeiter berichtet und hierdurch suggeriert, dass das Vermögen der Angerufenen in Gefahr sei.

Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde. Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat.

Machen Sie am Telefon niemals Angaben über Ihre finanziellen Verhältnisse und teilen Sie keine Bankverbindungsdaten mit.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, vor allem dann nicht, wenn von Ihnen sofortiges Handeln verlangt wird.

Werden Sie am Telefon aufgefordert Zahlungen oder Überweisungen zu tätigen, dann legen Sie umgehend auf und informieren Sie unter der 110 die Polizei. Weder ihre Bank noch andere seriöse Unternehmen verlangen von Ihnen Geschäfte, wie z.B. Kontoeröffnungen, am Telefon abzuschließen.

Sind Sie generell unsicher, dann legen Sie auf und haben Sie keine Scheu die Polizei unter 110 anzurufen. Lieber einmal zu viel als einmal zu spät! Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion.

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