Continental-Reifen für die Tour de France

13.7.2018. Sie nehmen nur ein paar Zentimeter Kontakt mit der Bodenfläche in Anspruch, aber diese vergleichbar geringe Auflage ist eines der wichtigsten Bestandteile eines Profi-Rennrades. Zumindest aber eines der Unabdingbarsten. Denn ohne Reifen geht, oder besser gesagt, fährt, nun einmal nichts am Laufrad.

Das ist beim Hobbyradler genauso der Fall wie bei den Profis der großen Rennställe, die gerade beim Equipment und der Ausrüstung ihrer Topfahrer nichts dem Zufall überlassen. In den großen Materialwagen, die die Mannschaften in der seit Samstag laufenden Tour de France begleiten, ist das sprichwörtliche „schwarze Gold“ der Pedaleure untergebracht.

Nicht nur eintreten, sondern in der Regel auch „reingucken verboten“ heiß es in der „Wohnküche“ der Mechaniker. Das ist auch bei den sieben Teams, die in diesem Jahr wieder auf die neuesten Produkte der Korbacher Reifenschmiede von Continental vertrauen, nicht anders. Sky, Movistar, Bahrain Merida, Katusha Alpecin, Francaise des jeux (FDJ), AG2R und Dimension Data sind bei der dreiwöchigen Frankreich-Rundfahrt über fast dreieinhalbtausend Kilometer in diesem Jahr wieder mit „Contis“ für alle Gelegenheiten, für alle Ansprüche, Witterungsbedingungen und Bodenbeschaffenheiten ausgestattet.

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Reifen sind die einzigen permanenten Verbindungen vom fahrenden Untersatz zur Straße. Das ist bei den Autofahrern nicht anders als bei den Radsportlern. Aber Radsportler haben in der Regel ein innigeres Verhältnis zum Reifen als der normale Autofahrer. Gute Fahrradreifen für den Alltagsradler sollen in der Regel drei Voraussetzungen erfüllen: sie sollen möglichst lange halten, Schutz gegen Pannen bieten und darüber hinaus preisgünstig sein.

Im Prof-Radsport ist das letzte Kriterium, der Preis, eher kein Parameter für die Qualität eines geeigneten Reifens. Damit diese Ziele aber auch bei den Serienprodukten immer wieder erreicht werden, forscht und entwickelt Continental natürlich auch im sportlichen Hochleistungsbereich. Nutznießer sind immer als Erste die Fahrer der Profi-Rennställe.

Die Tour-Teams legen im Wettbewerb vor allem auf einen möglichst geringen Rollwiderstand, eine starke Pannensicherheit und eine gute Haftung des Materials wert. Der Continental Competition ist ein Schlauchreifen, der für alle Wetterbedingungen geeignet ist. Bei einem Schlauchreifen wird ein Latex-Schlauch in Handarbeit in den Reifen eingenäht, anschließend wird dieser auf die Felge geklebt. Da Schlauchreifen allerdings in der Regel einen etwas höheren Rollwiderstand aufweisen, haben die Experten von Continental an dieser vermeintlichen Schwäche besonders gearbeitet, um ein Höchstmaß an Effizienz zu erreichen. Bauartbedingt verträgt der Schlauchreifen aber einen höheren Druck als das Pendant, der Faltreifen.

Eine große Rolle spielt bei den Schlauchreifen aber auch das Thema Sicherheit. Wenn es nach den steilen Anstiegen im alpinen Hochgebirge mit rasender Geschwindigkeit wieder ins Tal geht, werden nicht selten Geschwindigkeiten von rund 120 km/h erreicht. Der Fahrer ist bei diesem „Höllenritt“ in der Regel seine eigene Knautschzone. Ein technischer Defekt bei diesem „Ritt auf der Rasierklinge“ wäre das Höllenszenario für alle Beteiligten. Continental hat daher in der Entwicklung seiner Reifen für den Profi-Radsport der Sicherheit höchste Priorität eingeräumt. Denn ein Reifen, der eine Panne hat und vom Laufrad springt, wäre der „GAU“, der größte anzunehmende Unfall für den Fahrer. Schlauchreifen sind für eine solche permanente Weiterentwicklung eher geeignet als Faltreifen.

Ein Schlauchreifen hat aber noch weitere Vorteile. Im Falle einer Panne auf „normaler Strecke“ lässt sich der Zeitverlust auf das Hauptfeld oder die Ausreißer erheblich minimieren. Denn mit einem Schlauchreifen lassen sich in der Regel noch am Ende wertvolle Meter weiter fahren bis die Helfer mit dem Team-Fahrzeug angekommen sind, um das Laufrad des Havaristen auszutauschen. Bis vor einigen Jahren waren die Reifeningenieure der Meinung, dass möglichst schmale Reifen auch die meisten Vorteile auf der Etappe mit sich bringen. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Eine Größe von 25 Millimetern gilt als ausgewogen in Sachen Fahrkomfort. Zudem erhöhen sich der Umfang des Laufrads und dadurch auch die Geschwindigkeit.

Ein ganz besonderes Problem stellt in diesem Jahr die Etappe am 15. Juli nach Roubaix für die Fahrer und im Vorfeld für die Techniker dar. Die Kopfsteinpflaster, die ein Teil des wohl schwersten Eintages-Klassikers von Paris nach Roubaix sind, bereiten nicht nur den Reifeningenieuren, sondern auch den Konstrukteuren der Rennmaschinen Kopfzerbrechen. Denn für die Passage der „Hölle des Nordens“ braucht der Fahrer neben seinen normalen Rennmaschinen, und zwei Zeitfahr-Maschinen noch zwei Maschinen für die „Pavés“, die Kopfsteinpflaster.

Standardausrüstung ist bei diesen ganz speziellen Herausforderungen weder bei den Bikes noch bei den Reifen angesagt. Das gefürchtete Durchrütteln auf diesen Passagen soll möglichst abgemildert werden. Neben Spezialrahmen müssen auch dickere Reifen aufgezogen werden, die aber einen möglichst guten Kompromiss zwischen Komfort und Pannensicherheit auf dem schwierigsten Untergrund darstellen, den der Profi-Radsport kennt. Hier machen zwei bis drei Millimeter schon einen ganz entscheidenden Unterschied aus. Beim Material wird hier wie in der Formel 1 gepokert.

Um die ultimative Zerreißprobe auf dem Kopfsteinpflaster bestehen zu können, kommt es aber nicht nur auf die Dicke des Reifens, sondern auch auf den Reifendruck an. Beide Parameter müssen also zusammenpassen. Auflagefläche und Druckverhältnisse im Reifen bieten dem Fahrer nicht nur zusätzlichen Komfort, sie sorgen auch für einen besseren Grip. Das bedeutet vor allem eine höhere Pannensicherheit. Die handgefertigten Reifen aus Korbach wurden gerade für diese extremen Einsetzbereiche immer wieder getestet und optimiert. Continental-Reifen, die beim Eintages-Klassiker „Paris – Roubaix“ genutzt werden, sind auch bei der neunten Tour-Etappe mit dem Ziel Roubaix in diesem Jahr erste Wahl.

Continental-Reifen für die Tour de France

Continental-Reifen für die Tour de France (Foto: Continental AG)