Daimler AG gibt sich Prinzipien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz

10.9.2019 Stuttgart. Von der Produktion bis zum Produkt, vom Vertrieb bis zur Rechtsabteilung: Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet der Automobilindustrie neue Wege, das Kundenerlebnis weiter zu verbessern und Prozesse effizienter zu gestalten.

Um diese Chancen verantwortungsvoll zu nutzen, gibt sich die Daimler AG als erster Automobilhersteller überhaupt Prinzipien für den Umgang mit KI. „Verantwortungsvoller Einsatz“, „Erklärbarkeit“, „Schutz der Privatsphäre“ sowie „Sicherheit und Zuverlässigkeit“ sind die vier Leitsätze, nach denen das Unternehmen KI entwickelt und einsetzt.

„Unsere vier Prinzipien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz schaffen einen klaren Handlungsrahmen. Wir machen damit deutlich, dass der Mensch Taktgeber des technischen Fortschritts bleibt“, erläutert Renata Jungo Brüngger, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Integrität und Recht. „Die Prinzipien sind keine bloße Theorie, sondern praxisbezogene und verantwortungsvolle Leitlinien für den alltäglichen Einsatz“, so Jungo Brüngger weiter.

Die vier Prinzipien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Ein interdisziplinäres Team – darunter Experten aus der Entwicklung, der IT und dem Rechtsbereich – hat die vier Prinzipien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz bei Daimler erarbeitet, um technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte gleichermaßen einzubringen.

Hinter dem Prinzip „Verantwortungsvoller Einsatz“ steht die Maxime, dass Chancen und Auswirkungen von KI genau abgewogen werden. Dem Einsatz von KI bei Daimler geht deswegen ein transparenter Bewertungsprozess voraus: Werden Produkte, Services und Prozesse mit KI tatsächlich schneller und effizienter? Welcher Nutzen entsteht für verschiedene Zielgruppen? Diese Fragen werden im Rahmen einer risikobasierten Technologiefolgenabschätzung geklärt. Ein verantwortungsvoller Umgang mit KI bedeutet auch, eine qualitativ hochwertige und repräsentative Datenbasis zu schaffen. Das heißt, die verwendeten Daten sollen die für den Anwendungsfall relevanten Faktoren einbeziehen. So werden Fairness und Inklusion gefördert.

Das Prinzip „Erklärbarkeit“ schafft die Transparenz, die für das Vertrauen in neue Technologien erforderlich ist. Für Kunden und Mitarbeiter der Daimler AG muss erkennbar sein, wenn sie mit KI in Berührung kommen – etwa durch Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder direkte Anzeigen im System. Das Prinzip steht außerdem für Nachvollziehbarkeit: Es muss deutlich werden, welche Parameter in Datenanalysen einfließen. So lassen sich Ergebnisse von KI-gesteuerten Berechnungen besser einordnen – und ungewollte Verzerrungen vermeiden.

Mit dem Prinzip „Schutz der Privatsphäre“ unterstreicht Daimler, dass Datenschutz für das Unternehmen ein Qualitätsmerkmal ist. Der Nutzer muss Kontrolle über den Zugang und die Verarbeitung seiner Daten haben – wie es etwa beim Multimediasystem MBUX der Fall ist. Beim Testen und Trainieren von KI kommen bevorzugt künstliche oder anonymisierte Datensätze zum Einsatz.

Das Prinzip „Sicherheit und Zuverlässigkeit“ bedeutet, dass die hohen Qualitätsmaßstäbe von Daimler auch für Anwendungen im digitalen Raum gelten. Das Unternehmen entwickelt und testet KI nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Grundlage dafür sind gewissenhaftes Training lernender Systeme, der Einsatz wissenschaftlich validierter Algorithmen und aktueller Technologien.

KI-Prinzipien und Datenverantwortung

Die KI-Prinzipien fügen sich in einen ganzheitlichen Ansatz zum verantwortungsvollen Umgang mit Daten bei Daimler ein. Er umfasst neben einem Leitbild für Daten und einem auf Daten ausgerichteten Compliance Management System auch eine Kultur, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Relevanz von Daten sensibilisiert. So gestaltet Daimler die Mobilität der Zukunft proaktiv und rechtssicher.

Operatorraum – Steuerung der Messung der Prüfstände. Während der Testläufe im Prüfgebäude werden die Versuchsaufbauten von Kameras überwacht. Die Entwickler sitzen im Operatorraum und können von dort aus auf Monitoren die Messungen auf den Prüfständen steuern und verfolgen.


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