Sechs neue Startups ziehen in die Gläserne Manufaktur

6.9.2018. Das Startup-Programm im „Future Mobility Incubator“ der Gläsernen Manufaktur geht neue Wege. Volkswagen hat erstmals ausschließlich internationale Startups bei Pitch-Wettbewerben in Tel Aviv, Prag, London, Riga und Hannover ausgewählt:

CarPay-Diem kommt aus Luxemburg, Zouzoucar aus Frankreich, carVertical aus Litauen, ToporAuto aus Russland, Make-my-Day aus Israel und Go-To-U aus der Ukraine. Sie arbeiten jetzt in der Gläsernen Manufaktur und können dort mit Unterstützung von Volkswagen und der Wirtschaftsförderung der Stadt Dresden ihre Ideen zur Marktreife entwickeln.

Die Teams präsentierten bei den Pitch-Wettbewerben Ideen und Konzepte zur Zukunft der Mobilität. Sechs Gründerteams überzeugten die achtköpfige Expertenjury – und ziehen jetzt in die sächsische Landeshauptstadt.

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Die ausgewählten Startups entwickeln digitale Lösungen für das Ride-Pooling von Kindern, schnelles Bezahlen an Tankstellen, das Erfassen von Fahrzeughistorien, clevere Routenplanung, innovatives Buchungssystems von Ladestationen für E-Fahrzeuge und das Erfassen von Straßenlöchern.

„Wir haben diesmal ausschließlich internationale Startups ausgewählt – und frische, innovative Mobilitätsideen in Europa und Israel gefunden. Ab September wollen wir diese mit unseren Experten zur Marktreife entwickeln“, sagte Kai Siedlatzek, Finanz-Geschäftsführer von Volkswagen Sachsen.

Und Lars Dittert, Leiter der Gläsernen Manufaktur, fügte hinzu: „Dresden wird immer mehr zum Tor nach Osten. Besonderes Augenmerk haben wir deshalb bei der Startup-Auswahl auf die osteuropäischen Nachbarländer gelegt.“

„Unser klarer Fokus in der dritten Startup-Klasse ist vor allem der Kundennutzen. Ziel ist es, die Mobilität bequemer, sicherer und kostensparender zu machen“, so Dr. Nils Kristian Hueske, Leiter of Customer Experience Strategie & Innovation der Marke Volkswagen. „Volkswagen-Fahrzeuge werden zum persönlichen Device auf Rädern. Wir bauen gerade auf der ‚One Digital Platform‘ ein neuartiges, ganzheitliches Mobilitätserlebnis auf – von diesem strategischen Ansatz haben wir uns bei der Auswahl der Startups leiten lassen.“

Die Startups im Einzelnen:

Zouzoucar aus Frankreich: Das Startup entwickelt eine neuartige App für das Ridepooling von Kindern. Dabei werden Fahrten zur Schule, zum Sportverein oder Kindergeburtstag über eine App gebündelt. Die Kinder werden von bekannten und vertrauenswürdigen Personen gefahren. So wird eine sichere Transportlösung für den Nachwuchs geschaffen. Ziel ist es, unnötigen Verkehr von Eltern zu vermeiden, Kosten und vor allem Zeit zu sparen.

CarPay-Diem aus Luxemburg: Das Startup entwickelt eine Plattform, mit der sich über jede beliebige Mobile-App oder über ein vernetztes Auto Zapfsäulen an Tankstellen aktivieren und Zahlungen vom Innenraum des Fahrzeugs aus vornehmen lassen. Tankstellen können im Gegenzug dem Fahrer ein gezieltes Werbeangebot senden, das ihn dazu animieren soll, die Tankstelle zu betreten. Die Plattform von CarPay-Diem ist bereits mit mehr als zehntausend Tankstellen in den Benelux-Ländern kompatibel.

carVertical aus Litauen: Das Startup bietet eine blockchain-basierte Lösung, bei der so viele Informationen wie möglich über die Historie eines Fahrzeugs aus verschiedenen Quellen (Leasing, Versicherung, Privatbesitzer) in einem Register gesammelt werden. Fahrzeugbesitzer können so eine bestätigte und fälschungssichere Historie aufzeigen und damit den Wert ihres Fahrzeugs steigern. Es wird etwa angegeben, ob die Laufleistung der Fahrzeuge korrekt ist oder eventuelle Unfälle protokolliert wurden.

Make-My-Day aus Israel: Das Startup entwickelt einen digitalen, persönlichen Assistenten im Auto, der den optimalen Weg für den Fahrer sucht und dabei unter anderem das Laden für Elektro-Fahrzeuge oder tägliche Einkäufe in die Routenplanung integriert. Der Nutzer soll damit Zeit und Geld sparen.

Go To-U aus der Ukraine: Das Startup hat sich vorgenommen, ihr innovatives Buchungssystems von Ladestationen für e-Fahrzeuge in Dresden weiterzuentwickeln. Go To-U verbindet Fahrer von Elektrofahrzeugen mit Hotels, Restaurants und Cafés, die über eine Lade-Infrastruktur verfügen. Über die Buchungsplattform kann der e-Fahrer die Ladestation zum günstigsten Zeitpunkt buchen – und zugleich einen Tisch im Restaurant oder ein Hotelzimmer. Dort kann dann auch fürs Auto-Laden bezahlt werden. Unternehmen können dies für Marketing nutzen.

ToporAuto aus Russland: Die Junggründer entwickeln einen Dienst zur Überwachung und Analyse der Qualität der Straßenoberfläche mit Hilfe von Beschleunigungssensoren und GPS-Daten des Autos. Diese Daten können dann von Straßenverkehrsämtern der Kommunen, Autoherstellern und digitalen Karten-Anbietern genutzt werden.

Das Inkubator-Programm

Der Inkubator in Dresden richtet sich gezielt an gründungswillige Studenten und Wissenschaftler. Teil des Inkubator-Programms ist eine finanzielle Unterstützung von 15.000 Euro pro Start-up.

Den Inkubator gibt es seit August 2017. Die Gläserne Manufaktur bietet im Rahmen des Start-up-Programms folgende Unterstützung:

Kontakt zu Forschern, Entwicklern und Entscheidern von Volkswagen

Pilotprojekte bei Volkswagen, der Landeshauptstadt Dresden und weiteren Partnern

Betreuung durch Experten, etwa aus dem SpinLab (The HHL Accelerator-Programm der HHL Leipzig Graduate School of Management)

attraktive Arbeitsumgebung in der Manufaktur

IT-Infrastruktur

Nähe zur Start-up-Szene sowie finanzielle und personelle Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden beim Thema Wohnraum.