„Trends auf zwei Rädern. Technik. Lifestyle. Radfahren.“ im AutoMuseum Volkswagen

28.3.2018. Mit der gestrigen Eröffnung der Sonderausstellung „Trends auf zwei Rädern. Technik. Lifestyle. Radfahren.“ begibt sich das AutoMuseum Volkswagen erstmals auf ganz neues Terrain.

Die Schau beginnt mit einem kurzen historischen Einblick in die nunmehr 200jährige Fahrradgeschichte und fächert sich von dort auf in die mobile Vielfältigkeit des Rades. Die Marke Volkswagen ist mit ihren Prototypen der sogenannten „Micro Mobility“ und im Rahmen der „Werkskultur“ vertreten. Die Schau ist vom 27. März bis 23. September 2018 zu besichtigen.

1817 erfand Baron Freiherr von Drais die lenkbare Laufmaschine, deren Nachbau in der Ausstellung steht. Von dort ging es über die Michauline zum nach wie vor Faszination auslösenden Hochrad. Es stellte sich allerdings aufgrund seines überdimensional großen Vorderrads als gefahrenträchtige Konstruktion und damit als Irrweg heraus. Mit dem Niederrad wurde 1880 die bis heutige gängige Form des sicheren Fahrrads geboren: der Schwerpunkt liegt hinter dem Vorderrad, und der Diamantrahmen vereint optimale Steifigkeit bei minimalem Gewicht.

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Einige technische Innovationen, die mit der Entwicklung des Fahrrads einhergehen – wie Vollgummibereifung, Differenzialgetriebe oder Gangschaltung – fanden und finden sich bis heute auch im Automobilbau wieder.

Schon früh beginnt eine erste Auffächerung in verschiedenste Modellvarianten des Fahrrads, die teils in Kleinserien mündeten, wie Falt-, Last- oder Liegerädern, Rennbikes oder Leichtbaukonstruktionen und Velomobilen wie der Milan, der in einer Kleinserie von 300 Einheiten entstanden ist und fünf Weltrekorde eingefahren hat. Eine ungewöhnlich wirkende Rahmenkonstruktion in räumliche Dreiecke mit A-förmigen Druckstreben weist beispielsweise das Pedersen-Fahrrad von 1893 auf. Sehenswert ist auch das Stehergespann, bestehend aus Motorrad und dahinter fahrendem Rennrad. Steherrennen waren ein großer Publikumsmagnet.

Kurator Ingo Kollibay, selbst leidenschaftlicher Fahrrad-Fahrer und –Erbauer sowie Experte für Geschichte und Technik des Rades, hat rund 55 Räder für die Schau zusammengetragen.

Volkswagen ist in der Ausstellung gleich zweifach präsent. Unter dem Titel „Micro Mobility“ werden eine E-Bike-Studie als Damen- und Herrenrad gezeigt. Sie weisen eine Reihe von Komponenten moderner Volkswagen-Pkw auf wie ein Licht-Sicht-Konzept (Tagfahrtlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Bremslicht und eine Blinkerfunktion über eine zugehörige e-Jacke), einen Motor mit integrierten Automatikgetriebe, ein ABS Bremssystem, Navigation und GPS Diebstahlschutz. Von der Schwestermarke AUDI ist ebenfalls ein formschöner Prototyp eines E-Bikes aus kohleverstärktem Kunststoff (CFK) und einem E-Motor mit 2,3 kW dabei. Ebenso wird eine E-getriebene Faltrad-Studie, die zusammengelegt in die Reserverad-Mulde jedes Volkswagen passt, vorgestellt.

Den zweiten Volkswagen-Schwerpunkt bildet die Werkskultur: Sieben Mitarbeiter, die stolze Nutzer eines Werksrades sind oder täglich mit dem eigenen Rad zur Arbeit pendeln, werden porträtiert. Es zeigt sie auf dem Weg zu ihren Einsatzorten auf dem Werksgelände oder vor Werkstoren, an denen sie ihre Fahrräder trocken und sicher unterstellen können, sogar Velomobile.

Auch in der von Autos geprägten Stadt Wolfsburg ist Radfahren ein beliebter Sport oder Zeitvertreib. Hier gibt es eine regionale Gruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V., der sich und seine Aktivitäten im Rahmen der Ausstellung präsentiert.