Volkswagen: Mehr als eine Million ID. Fahrzeuge bis 2025

14.11.2018. Volkswagen hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Elektromobilität soll für Millionen Menschen erschwinglich sein. Erreichen will Volkswagen dieses Ziel schon 2020 mit der ID. Familie.

Dann werden die ersten Modelle erhältlich sein, schnell sollen weitere folgen. Sie werden das Potenzial von E-Fahrzeugen bei Reichweite, Platzangebot und Dynamik maximal ausschöpfen – und Elektromobilität zu günstigen Preisen bieten. Ein derart attraktives Angebot, dass Volkswagen fest damit rechnet: Im Jahr 2025 werden bereits mehr als eine Million Fahrzeuge der ID. Familie jährlich an Kunden ausgeliefert.

Schlüsselrolle für drei Technologiefelder

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Eine Schlüsselrolle bei dieser großen E-Offensive spielen drei Technologiefelder: eine solide Ladeinfrastruktur, auch auf längeren Strecken. Eine einzigartige Produktionsplattform, auf der E-Autos zu wettbewerbsfähigen Preisen hergestellt werden können. Und das neu entwickelte Batteriesystem, das skalierbare Reichweiten für unterschiedliche Kunden- und Fahrprofile ermöglicht.

Doch was genau steckt hinter diesen drei Schlüsselfeldern? Welche Vorteile bringen sie für die Volkswagen Kunden?

Das Wichtigste zuerst:

Die ID. Familie kommt mit leistungsfähigen, skalierbaren Batterien auf den Markt, die mit verschiedenen Kapazitäten für Reichweiten zwischen 330 und mehr als 550 Kilometern konfigurierbar sein werden. Jede Kundin und jeder Kunde kann also die Reichweite wählen, die zu den eigenen Fahrgewohnheiten optimal passt.

Hierfür hat Volkswagen ein komplett neues, gegenüber heutigen Lösungen weniger komplexes, aber deutlich leistungsfähigeres Batteriesystem entwickelt, das vergleichsweise einfach in verschiedenen Leistungsstufen in die ID. Modelle integriert werden kann. Die Folge: bessere Individualisierungsmöglichkeiten. Kunden, die ihr E-Auto im Stadtverkehr nutzen, erhalten einen günstigeren Kaufpreis. Kunden, die eher längere Strecken zurücklegen, erhalten bei Bedarf mehr Reichweite.

Zu den weiteren Vorteilen des neuen Batteriesystems zählen Gewichtsoptimierung (durch ein Aluminiumgehäuse), die Adaptierbarkeit verschiedener Zelltypen sowie eine integrierte Kühlung. So kann die Batterie für den Antrieb einer oder beider Achsen eingesetzt werden. Die Anordnung der Zellmodule kann man sich wie die einzelnen Riegel einer Tafel Schokolade vorstellen. Daraus ergibt sich auch die Form – die wiederum dafür sorgt, dass sich die Batterie einfach montieren lässt. Volkswagen konnte zudem die Ladeleistung auf bis zu 125 kW erhöhen – ein im Segment des ID. bislang nicht realisierter Wert. Er beschleunigt das Laden und verkürzt dadurch die Ladestopps.

Bis zu eine halbe Million Batteriesysteme jährlich

Das gesamte Batteriesystem ist zentrales Element des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB), der neuen, konsequent auf Elektroantriebe ausgelegten Fahrzeugarchitektur. Der größte deutsche Automobilhersteller nutzt hierbei seine umfangreichen Erfahrungen bei der Entwicklung von vollelektrischen und Plug-In-Modellen. Hergestellt werden die Batteriesysteme überwiegend im Volkswagen Komponenten-Werk Braunschweig. Der für die Antriebssysteme zuständige und ab Januar 2019 eigenständige Unternehmensbereich Konzern Komponente baut diesen Standort aktuell aus, um in Braunschweig künftig bis zu einer halben Million Batteriesysteme jährlich zu fertigen.

Eine Lithium-Ionen-Batteriezelle besteht aus der Anode (Kohlenstoff, Kupferfolie), einem Separator (poröse Polyolefin-Folie, keramikbeschichtet), einer Kathode (Lithium-Metall-Oxid, Aluminiumfolie) und einem Elektrolyten (organische Lösungsmittel, Lithium-Leitsalz, Additive). Beim Laden wandern die Lithium-Ionen von der Kathode zur Anode und werden dort gespeichert. Die elektrische Energie – eingespeist aus dem Stromnetz – wird dabei in chemische Energie umgewandelt. Dazu fließen die Elektronen durch den Stromkreis, die Lithium-Ionen indes durch den Separator. Beim Entladevorgang – zum Betrieb des Elektromotors – wandern die Lithium-Ionen zurück zur Kathode. Die chemische Energie wird dabei wieder in elektrische Energie umgewandelt. In diesem Fall fließen die Elektronen durch den Stromkreis und die Lithium-Ionen durch den Separator in umgekehrter Richtung.

Die dynamische Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterien bei Volkswagen legt einen wesentlichen Grundstein für den Erfolg der neu entwickelten Generation von ID. Elektrofahrzeugen, die ab 2019 produziert und ab 2020 erhältlich sein werden. Als erstes Modell der ID. Familie wird der ID. durchstarten – ein erschwinglicher, viertüriger, vollvernetzter Kompaktwagen. Im September 2016 hat Volkswagen eine erste Studie des ID. auf dem Pariser Salon vorgestellt. 24 Monate später bewegt sich der rein elektrische Volkswagen mit hoher Geschwindigkeit auf die Serienreife zu. Mit skalierbaren Reichweiten auf dem Niveau heutiger Benziner und dem Preislevel aktueller Diesel hat der ID. das Potenzial, den Durchbruch für die umweltfreundliche Elektromobilität und damit eine neue Antriebsära einzuleiten.

Der MEB macht E-Autos für viele Menschen erschwinglich.

Der zweite wesentliche Baustein auf dem Weg zur E-Mobilität für Millionen Volkswagen Kunden ist der so genannte Modulare Elektrifizierungsbaukasten (MEB). Konkret erzielt Volkswagen mit ihm höhere Reichweiten und gleichzeitig ein besseres Raumangebot und eine vollständige digitale Vernetzung des gesamten Fahrzeugs. „Der MEB definiert die Fahrzeugarchitektur neu und erreicht einen deutlichen Fortschritt beim Raumgefühl. Zudem werden alle ID. Mitglieder schnellladefähig sein“, erklärt Christian Senger, Leiter der Volkswagen Baureihe e-Mobility. Dank eines „Designs for Manufacturing“ ist der MEB zudem gezielt auf eine schnelle und effiziente Produktion ausgelegt. So werden enorme Skaleneffekte erzielt, die das Elektroauto günstiger und damit für viele Menschen erschwinglich machen.

Das Spektrum der MEB-Modelle wird dabei ähnlich groß sein wie das der heutigen Fahrzeuge auf Basis des Modulen Querbaukastens (MQB), der wohl erfolgreichsten Fahrzeugarchitektur der Gegenwart: Rund 55 Millionen Konzernfahrzeuge entstehen auf der Basis der ersten Generation des MQB. Jetzt überträgt Volkswagen die Plattform-Strategie in das Elektrozeitalter. An der Spitze des weltweit eingesetzten Modularen Elektrifizierungsbaukasten werden große B-Segment-Modelle mit bis zu sieben Sitzplätzen stehen. Bereits 2020, also noch im selben Jahr wie der kompakte ID., wird ein Zero-Emission-Sport-Utility-Vehicle im Stile der Studie ID. CROZZ durchstarten. Das Concept-Car ID. BUZZ zeigt indes den Weg für einen Zero-Emission-Van von Volkswagen, der mit seinem Design der DNA des legendären Bulli folgt und 2022 als Serienversion auf den Markt kommen wird. Ein Fenster in die Zukunft der Limousinen eröffnet der avantgardistische ID. VIZZION. Ein Serienpendant der Limousine darf für 2022 erwartet werden.

Absolutes Alleinstellungsmerkmal

Der MEB bildet dabei nicht nur die technische Matrix für alle Modelle der ID. Family von Volkswagen, sondern auch für viele E-Autos vier weiterer Konzernmarken: Audi, SEAT, ŠKODA und Volkswagen Nutzfahrzeuge. So kommt der MEB bei insgesamt fünf Marken und in drei Weltregionen zum Einsatz, deckt das gesamte Spektrum vom Kompaktauto bis zum Bulli ab und wird schon in der ersten Welle die technologische Basis für mehr als zehn Millionen Konzern-Fahrzeuge bilden. Die konsequente Plattform-Strategie ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal von Volkswagen und zugleich Beleg der Entschlossenheit, mit der das Wolfsburger Unternehmen den Weg in die Elektromobilität einschlägt.

Einfaches Laden immer und überall

Der dritte Hauptbaustein der E-Offensive von Volkswagen betrifft die Verfügbarkeit der Lade-Möglichkeiten. Damit das E-Auto zur vollwertigen Alternative auch für die Langstrecke wird, ist der Aufbau einer Infrastruktur, die flächendeckend Lademöglichkeiten bietet, entscheidend. Also das Laden zuhause, in der Stadt und entlang der Autobahnen. Volkswagen entwickelt für all diese Szenarien attraktive Angebote.

Je nach Situation, in der das E-Auto geladen wird, bieten sich unterschiedliche technische Lösungen an. So bringt Volkswagen zusammen mit dem ID. die „Volks-Wallbox“ auf den Markt – eine Ladestation für das heimische Laden. Diese Wallbox wird es in drei Varianten geben. Die erste ist die günstige AC-Wallbox mit 11 kW für das batterieschonende Laden über Nacht, die für 100 Prozent Batterieladung fünf bis acht Stunden benötigt. In der Komfort-Version sind darin auch attraktive Bezahlmodalitäten inbegriffen und eine Konnektivitäts-Lösung, über die etwa Updates und aktuelle Informationen auf das Fahrzeug gespielt werden. Die dritte Variante ist eine DC-Ladestation mit 22 kW und damit deutlich kürzeren Ladezeiten. Hier wird die Batterie des ID. schon in drei bis vier Stunden komplett gefüllt sein.

Für die Langstrecke baut das von Volkswagen mitgegründete Unternehmen Ionity derzeit ein europaweites Netzwerk an Schnellladestationen auf, sogenannte HPC-Stationen (High Power Charging), die eine Ladeleistung von bis zu 350 kW bieten. Bis 2020 sollen 400 Stationen in ganz Europa entstehen, mit jeweils zwei bis zwölf Ladesäulen, der Großteil davon direkt an Autobahn-Raststätten. Ionity hat bereits Partner in 19 Ländern gewonnen und arbeitet stetig an der Erweiterung seines Angebotes. Die Ionity-Stationen ermöglichen das Aufladen der ID. Familie mit bis zu 125 kW, womit die Batterie während einer typischen Autobahnpause schon in 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden kann. Das entspricht einer Reichweite von 150-260 Kilometern, je nach Fahrweise.

Mit jeder dieser Initiativen verfolgt Volkswagen dasselbe Ziel: einfaches Laden immer und überall zu ermöglichen. Schon bald wird kein E-Auto-Nutzer mehr über die Erreichbarkeit der nächsten Ladestation oder über die Reichweite seines Fahrzeuges nachdenken müssen. So macht Volkswagen E-Autos alltagstauglich für ganz unterschiedliche Szenarien der Nutzung, holt die Elektromobilität aus der Nische und macht sie zur echten Massen-Technologie der Zukunft.

Auch für das öffentliche Laden entwickelt Volkswagen Lösungen: So bietet das Unternehmen an seinen Standorten für die Mitarbeiter heute bereits 1.000 Ladestationen an. Bis 2020 sollen es 5.000 werden. Im selben Zeitraum werden auch alle Volkswagen Händler mit Ladestationen ausgerüstet, die Kunden und Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Volkswagen Mobilitäts-Plattform WE wird Kunden über den Service „We Charge“ das Finden von Stationen und einfaches Bezahlen anbieten.

Mehr als eine Million ID. Fahrzeuge bis 2025

Volkswagen setzt sich damit an die Spitze einer Zeitenwende in der Automobilbranche. Mit dem Elektroantrieb und der Digitalisierung beginnt für das Auto der tiefgreifendste Veränderungsprozess seiner weit über 100-jährigen Geschichte. Fahrzeugtechnik und Infrastruktur werden sich dabei radikal wandeln. Und Wertschöpfungsketten werden sich verschieben. Die Dynamik ist unübersehbar: Weltweit ist der Absatz an reinen Elektroautos (BEV / Battery Electric Vehicle) im vergangenen Jahr um mehr als 60 Prozent gestiegen. 2018 könnte erstmals die Schallmauer von einer Million neu zugelassener Elektroautos durchbrochen werden.

Diese Zahlen werden ab 2020 nochmals deutlich nach oben schnellen. Denn dann bringt Volkswagen die ersten Modelle der neuen ID. Familie auf den Markt: zuerst den kompakten ID., kurz darauf ein ID. SUV; zwei Zero-Emission-Vehicles mit der Reichweite heutiger Benziner. Thomas Ulbrich, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen, Geschäftsbereich E-Mobilität, sagt: „Schon 2020 wollen wir rund 150.000 E-Autos verkaufen, darunter 100.000 ID. und ID. SUV. Der beschleunigte Umstieg auf die E-Mobilität hilft uns zudem dabei, die sehr anspruchsvollen CO2-Ziele in Europa, China und den USA zu erreichen.“ Bis 2025 soll der Absatz der ID. Familie auf mehr als eine Million Fahrzeuge jährlich steigen.

Lithium-Ionen-Batteriezelle

Story: Leistungsstark und skalierbar – Lithium-Ionen-Batteriezelle (Foto: Volkswagen AG)